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Kleiner Nadelwald für Wanderer

Neue Schilder braucht das Land: Für Dominik Hochlenert vom Amt für Kultur und Tourismus der Gemeinde Kirkel ist die Umsetzung des von ihm initiierten neuen Beschilderungskonzepts für die Wanderwege ein Aufgabe mit Herausforderungen. Fotos: Thorsten Wolf
Neue Schilder braucht das Land: Für Dominik Hochlenert vom Amt für Kultur und Tourismus der Gemeinde Kirkel ist die Umsetzung des von ihm initiierten neuen Beschilderungskonzepts für die Wanderwege ein Aufgabe mit Herausforderungen. Fotos: Thorsten Wolf
Kirkel. Rund 100 Kilometer Wanderwege hat Kirkel. Eine gute Beschilderung ist mit ausschlaggebend für die Qualität der Wege. Um sie kümmert sich Dominik Hochlenert, in Personalunion auch Geschäftsführer des Heimat- und Verkehrsvereins. Von SZ-MitarbeiterThorsten Wolf

Acht offizielle Wanderwege, rund 100 Kilometer Strecke - Kirkel kann wohl zu Recht von sich behaupten, eine Gemeinde für Wanderer zu sein. Doch jeder der acht Wege ist nur so gut wie seine Streckenführung und seine Beschilderung. Und um die kümmert sich in der Gemeinde in erster Linie Dominik Hochlenert vom Amt für Kultur und Tourismus, in Personalunion auch Geschäftsführer des Heimat- und Verkehrsvereins Kirkel. Dass die Betreuung des offiziellen Wander-Wegenetzes dabei alles andere als eine Aufgabe ist, die man "mal so nebenher" machen kann, davon kündet schon eine Karte der Gemeinde, die hinter Dominik Hochlenerts Schreibtisch auf einem Regal lehnt. Unzählige Stecknadeln markieren die unterschiedlichen Wanderstrecken in Altstadt, Limbach und Kirkel-Neuhäusel, Wege-Kreuzungen sind gekennzeichnet, ebenso Richtungsänderungen oder auch Ruhebänke, die der Heimat- und Verkehrsverein aufgestellt hat. Es ist ein kleiner Nadelwald, der der eher nüchternen Karte bunte Konturen gibt.

Für Hochlenert ist diese Übersicht Grundlage für die langwierige und aufwendige Arbeit, mit einem neuen gemeindlichen Beschilderungskonzept als Ergänzung zu den Schildern des Saarpfalz-Kreises die Routen für die Wanderer sicher erlebbar zu machen. Und das ist eine wichtige Geschichte, haben Wandertouristen ohne eingehende Ortskenntnis doch wenig Lust, sich plötzlich schilderfrei oder schilderverwirrt irgendwo im Nirwana der Kirkeler Wiesen und Wälder wiederzufinden.

Doch die zeitfressende Arbeit ist für Hochlenert auch immer wieder damit verbunden, kurzfristig auf Einflüsse von Außen zu reagieren. Wird zum Beispiel mal in Kirkel-Neuhäusel eine Bahnunterführung dauerhaft gesperrt, dann gilt es, den davon betroffenen Wanderweg neu zu planen. Und es müssen auch immer wieder Absprachen mit Dritten getroffen werden, so beim "Widder-Weg" in Altstadt. "Der ist praktisch fertig überplant und wartet nur auf seine endgültige Beschilderung", erzählt Dominik Hochlenert am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung. "Da die Strecke aber auch über Homburger Gemarkung führt, sind hier auch Abstimmungen mit unserer Nachbarkommune nötig." Ebenfalls auf dem Auftragszettel von Hochlenert: Ein zweiter Premium-Wanderweg. Mit dem Felsenpfad und der Tafeltour als "Verlängerung" dieser Strecke hat man ja schon eine dieser gut vermarktbaren Strecken im Repertoire, nun soll auf der Route des bisherigen "Schmetterlingspfads" ein zweiter entstehen. Aber auch das bedeutet Geduld, nur mit dem Wunsch, einen solchen Weg sein Eigen zu nennen, ist es nicht getan. Am Ende müsse das Deutsche Wanderinstitut nach strengen Kriterien darüber befinden, ob die Strecke auch wirklich das Prädikat "Premium" verdiene.

Insgesamt ist sich Hochlenert sicher, mit dem Angebot für Wanderer touristisch auf den richtigen Stiefel zu setzen. "Das Wandern ist im Trend und wird zudem immer weiter belebt. Gerade hier im Saarland ist der Stellenwert des Wanderns noch mal deutlich gestiegen." Und dabei gehe es vor allem darum, den Menschen Qualitätswandern, also auf Premium-Wanderwegen, anzubieten.



Stecknadel an Stecknadel kündet von der aufwendigen Arbeit, die Kirkeler Wanderwege zu betreuen.
Stecknadel an Stecknadel kündet von der aufwendigen Arbeit, die Kirkeler Wanderwege zu betreuen.