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Kleine Münze macht großes Kopfzerbrechen

Die Centmünzen sind eine Katastrophe. Ich kann die Einer, Zweier, Fünfer kaum unterscheiden, auch nicht die Zehner, Zwanziger, Fünfziger. In den Zeiten der DM-Mark war dies viel einfacher. Die Münzen waren deutlich unterscheidbar. Heute zahle ich fast immer mit Papiergeld. Vor einer Woche bei einem Einkauf betrug die Rechnung 23,37 Euro Von Mathematik-Professor Rainer Roos

Die Centmünzen sind eine Katastrophe. Ich kann die Einer, Zweier, Fünfer kaum unterscheiden, auch nicht die Zehner, Zwanziger, Fünfziger. In den Zeiten der DM-Mark war dies viel einfacher. Die Münzen waren deutlich unterscheidbar. Heute zahle ich fast immer mit Papiergeld. Vor einer Woche bei einem Einkauf betrug die Rechnung 23,37 Euro. Ich hatte einen 20-Euro-Schein im Geldbeutel, jede Menge Münzen. Die 3,37 Euro hätte ich bestimmt in Kleingeld zusammengebracht, aber es hätte gedauert. Ich spürte den Druck der Warteschlange hinter mir, lauter Pensionäre, die ja nie Zeit haben. Ich vermutete auch, dass die stets freundlichen Kassiererinnen und Kassierer an ihrem Kundendurchsatz gemessen werden, langes Suchen schadet ihnen. Ich habe dann mit einem 50-Euro-Schein gezahlt, noch mehr Kleingeld in meinem Geldbeutel angesammelt. Dieses Kleingeld muss man ja irgendwie loswerden. Mir hilft meine Frau dabei: Sie stiftet mit dem Kleingeld Kerzen, in der Vogelsbornkapelle in Eiweiler. Mit einer Fürbitte zum Wohle meiner geistigen Gesundheit. Ich weiß nicht, ob dies hilft, peinlich ist es mir auf jeden Fall. Ich habe daher den heroischen Entschluss gefasst, 20 Centbeträge, wo immer sie auftauchen, in Münzgeld zu bezahlen. Also mit einer Zwanzigcentmünze, oder vier Fünfcentmünzen, oder auf irgendeine andere Art. Ich habe mich dann gefragt, auf wie viele Arten dies möglich sei. Wenn es um fünf Cent geht, ist die Antwort schnell gefunden. Man muss nur alle Möglichkeiten notieren:52, 2, 12, 1, 1, 11, 1, 1, 1, 1Und diese zählen. Also vier Möglichkeiten, ganz sicher. Ganz sicher? Wieso eigentlich? Oder gibt es noch weitere Möglichkeiten? Bei dem Zwanzig-Cent-Problem habe ich dann die Übersicht und auch die Lust verloren. Mir fiel keine Formel ein, das harte Ausprobieren aller Möglichkeiten hat mich überfordert. Ich bitte um Hilfe, dies ist Ihre Aufgabe: Auf wie viele Arten kann man 20 Cent in Euromünzen darstellen? Mit einem kleinen Hinweis darauf, warum Ihre Lösung stimmt. Keine Formel, nur gründliches Vorgehen, Aufzählen aller Möglichkeiten. 20 Cent sind ja nur der Anfang. Bei größeren Beträgen wird es komplizierter. Die Anzahl der Möglichkeiten wächst schnell. Mittlerweile arbeite ich an einem Computerprogramm, das in jedem Fall die Anzahl der Möglichkeiten ermittelt. Eine erste Version ist erstellt, ich weiß nicht, ob das Programm richtig rechnet. Bis zu zehn Cent stimmen die Ergebnisse; das Ergebnis bei zwei Euro kann ich kaum glauben. Daher eine kleine Zusatzfrage, außerhalb der Konkurrenz: Auf wie viele Arten kann man zwei Euro nach Ihrer Meinung mit dem gängigen Münzgeld darstellen? Nennen Sie einen Schätzwert. Oder, noch viel besser, probieren Sie es aus. Besser als langweilige Fernsehabende, besser als jeder Tatort. Die ganze Familie kann beteiligt werden, eine solche Aufgabe schafft Gemeinschaft, ist sinnstiftend. Ich bin sehr gespannt auf Ihre Antworten.




Auf einen BlickWer die Frage beantworten kann, eine Lösung hat, der sollte diese an die St. Wendeler Lokalredaktion der Saarbrücker Zeitung schicken. Zum Grübeln, Nachdenken und Lösen haben Sie einige Tage Zeit. Die Antwort muss bis Freitag, 22. Mai, in der Redaktion eingegangen sind. Aus den Antworten verlosen wir zehn Gutscheine zu jeweils zehn Euro für das Schaumbergbad in Tholey. Die Gutscheine stellen die Gemeinde Tholey und das Erlebnisbad zur Verfügung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Lösung erfahren die Leser dann in der SZ-Ausgabe vom Samstag, 23. Mai. Die Lösung schicken Sie bitte unter dem Stichwort "Kleine Münze" nur an die Redaktion St. Wendel und zwar an die folgende Adresse: per Brief oder Karte: Saarbrücker Zeitung, Mia-Münster-Straße 8, 66606 St. Wendel, per Fax: (0 68 51) 9 39 69 59, per E-Mail: redwnd@sz-sb.de red