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| 20:08 Uhr

Keiner bleibt auf der Strecke

Nach rund zwei Kilometern ist es schon passiert. Das Mountainbike von Maria Samstag hat einen Plattfuß. Gut, dass in der Satteltasche von Horst Pagliarini Werkzeug steckt und er die Sache auf dem Wendelinusradweg reparieren kann Von SZ-Mitarbeiter Heiner Micansky

Nach rund zwei Kilometern ist es schon passiert. Das Mountainbike von Maria Samstag hat einen Plattfuß. Gut, dass in der Satteltasche von Horst Pagliarini Werkzeug steckt und er die Sache auf dem Wendelinusradweg reparieren kann. Während der 72-Jährige den Schlauch flickt und den Vorderreifen wieder aufpumpt, passieren viele der rund 400 Teilnehmer der SZ-Radtour Pagliarini und das Ehepaar Samstag. Die Biker sind auf dem Rundweg durch die Mittelgebirgslandschaft des St. Wendeler Landes. Ihr Startpunkt ist am vergangenen Samstag auch ihr Ziel: der beliebte Oberthaler Töpfermarkt. An der ersten Steigung auf dem Weg nach Güdesweiler zieht sich das Feld schon auseinander. Die sportlichen Fahrer bewältigen den Hügel mit Leichtigkeit. Manche nehmen sich die Zeit und fahren den Feldweg gemütlich hoch. Einige handeln nach dem Spruch: Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt. Ein Berg hat immer auch eine gute Seite, denn auf der anderen geht es hinunter. Der Abfahrtswind bläst Maria Samstag schon längst wieder ins Gesicht, denn ihr Fahrrad läuft wieder. Sie grüßt nett die Güdesweiler, die am Straßenrand stehen und sich den langen Tross der SZ-Radtour anschauen. Samstag bedauert, dass viele Radfahrer nicht mehr den Kontakt zu den anderen Teilnehmern suchen. Andererseits ist es gerade die Stille, die einige suchen. "Ich will die Landschaft genießen", sagt eine Frau aus Thalexweiler, während sie langsam durch den lichtdurchfluteten Güdesweiler Wald fährt. Auch sie findet, was andere Teilnehmer beim Radeln durch das St. Wendeler Land sagen: Im Saarland ist es so schön, eigentlich muss man gar nicht in Urlaub fahren. Während die Fahrer an der Spitze schon längst Richtung Bostalsee preschen, nehmen sich andere am Ende des Feldes Zeit und steigen auch mal vom Drahtesel. So geht Werner Jung aus Kastel in die Valentinskapelle in Güdesweiler und betet. "Ich finde es schade, dass manche nicht nach links und rechts schauen", sagt Jungs Ehefrau Rita. Und hinter dem Gotteshaus gibt es einen Brunnen mit herrlich erfrischendem Wasser, so dass man nicht unbedingt auf die Verpflegungsstation auf dem Waldparkplatz angewiesen ist, wo Brunhilde Noss und Robert von Ehr vom DRK-Ortsverband Güdesweiler die Radler gratis mit 150 Litern Apfelschorle und Mineralwasser sowie 300 Bananen versorgen. Vorbei am Max-Braun-Zentrum führt ein Weg zum höchsten Punkt der Radtour. Die Anstrengung treibt einem den Schweiß auf die Stirn, und das Gesicht rötet sich. Nach bis dahin zurückgelegten 200 Höhenmetern ist auf rund 480 Metern der Gipfel der Tour erreicht. Zwar ist noch nicht die Hälfte der 23 Kilometer langen Rundstrecke zurückgelegt, aber vor den Radfahrern liegen "nur" noch 100 Höhenmeter. "Es ist schon eine anspruchsvolle Strecke", sagt Oberthals Bürgermeister Stephan Rausch. Aber niemand muss befürchten, dass er auf der Strecke bleibt. Die Bergradler Oberthal helfen, wenn jemand mal ein Wegschild verpasst oder reparieren wie Mitglieder der Fahrradwerkstatt Walhausen defekte Räder. Und auch das Rote Kreuz steht für den Fall der Fälle parat. Und wer den letzten Push braucht, um einen Hügel hinaufzukommen, den feuert auch mal SZ-Redakteur und Tour-Teilnehmer Volker Fuchs an. Diejenigen, die die Groniger Kapellenwiese passieren, haben es eigentlich schon geschafft. Von dort geht es fast nur noch bergab. Und im Oberthaler Brühlcentrum, wo die Spielgemeinschaft der Musikvereine Oberthal und Gonnesweiler die Radler mit zünftiger Musik empfängt, sammeln sich mehr und mehr Teilnehmer und lassen die SZ-Tour an den Ständen des Töpfermarktes ausklingen.

Hintergrund Partner der Radtour der Saarbrücker Zeitung waren der Landkreis St. Wendel sowie die Gemeinde Oberthal. Ein Dankeschön haben sich zudem verdient: die Bergradler Oberthal, die Fahrradwerkstatt Walhausen, die Beamten der Polizeiinspektion Türkismühle sowie die Helfer des Roten Kreuzes aus Güdesweiler und Gronig. mic