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Schweinepest
Keine Prämie für Wildschweinabschüsse

Die Afrikanische Schweinepest ist für Haus- wie Wildschweine tödlich, für Menschen ungefährlich.
Die Afrikanische Schweinepest ist für Haus- wie Wildschweine tödlich, für Menschen ungefährlich. FOTO: dpa / Jens Büttner
Saarbrücken. Im Juni wollen die Innenminister über den Einsatz von Nachtsichtgeräten bei der Jagd diskutieren. Von Dennis Langenstein

Eigentlich sollte aus Furcht vor der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest eine Abschussprämie von 20 Euro für jedes erlegte Wildschwein im April kommen, doch dass saarländische Ministerium für Umwelt ist mittlerweile von dem Vorhaben abgerückt. „Nach Einschätzung der Jägerschaft wäre die Abschussprämie keine zusätzliche Motivation, den Schwarzwildbestand zu reduzieren“, sagt Sabine Schorr, Sprecherin des Ministeriums. Stattdessen sei nun geplant, die Gebühr für die Trichinenschau von fünf Euro zu erlassen.


Trichinen sind winzige Fadenwürmer, die als Parasiten in Säugetieren leben. Hauptüberträger auf den Menschen sind Schweine. Daher wird das Fleisch auch weiterhin begutachtet, die Untersuchung bleibt verpflichtend. Nur eben die Gebühr soll ab Juni entfallen. Bei der Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) begrüßt man die Entscheidung. „Wir haben diese Forderung schon vor längerer Zeit gestellt“, sagt VJS-Geschäftsführer Johannes Schorr. Die Prämie hätte kaum dazu verleitet, weitere Schwarzkittel zu erlegen. „Die Motivation unserer Jäger ist allein schon wegen der Wildschäden sehr hoch“, erklärt er. Hinzu käme, dass die Jäger mit der Gebührenbefreiung auch zum Teil von der dazugehörigen Bürokratie entlastet würden.

„Ob die Abschussprämie den großen Run verursacht hätte, darüber lässt sich streiten“, sagt hingegen Rafael Greif, Vorsitzender des Vereins Ökologisch Jagen im Saarland. Die Abschaffung der Gebühr für die Trichinenschau hätte sein Verein zwar schon länger propagiert, doch sei die Abschussprämie ein Anreiz auch kleinere Wildsäue zu schießen, die nicht so viel Fleisch lieferten. „Es wäre eine Art Aufwandsentschädigung“, erklärt Greif. Aus Sicht beider Jäger sei es auch sinnvoll, den Einsatz von Nachtsichttechnik bei der Jagd zu erlauben, um den Wildschweinbestand zu reduzieren. Ob für die Jäger eine solche Technik infrage kommt, soll im Juni im Rahmen der Innenministerkonferenz diskutiert werden, erklärt Katrin Thomas, Sprecherin des saarländischen Innenministeriums. Und: „Die Entscheidung über eine Legalisierung der zurzeit waffenrechtlich noch verbotenen Nachtsichtgeräte durch eine Änderung des Waffengesetzes auf Bundesebene soll nach derzeitigem Stand erst nach einer rechtlichen Prüfung unter Einbindung des Bundeskriminalamt erfolgen.“ Die Afrikanische Schweinepest ist für Haus- wie Wildschweine tödlich, für Menschen ungefährlich.