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Kein Strom, kein Eis, kein Geschäft

Stromausfall sorgte in Teilen von Merzig für Probleme. Foto: Honk
Stromausfall sorgte in Teilen von Merzig für Probleme. Foto: Honk FOTO: Honk
Merzig ´. Rund eine Stunde lang gab es am Mittwochabend in Teilen der Stadt Merzig keinen Strom mehr. Für die Gastronomen hatte dies teilweise enorme Beeinträchtigungen zur Folge. Andere profitierten von der Misere. Von SZ-RedaktionsmitgliedLaura Blatter

Ein defektes Mittelspannungskabel löste am Mittwochabend in Merzig einen Stromausfall aus. Von etwa 19.57 Uhr bis 21 Uhr floss aus den Steckdosen der Kreisstadt-Bewohner keine Energie mehr. "Betroffen waren nur Teile der Kernstadt", erklärte Sandra Pfeifer von den Stadtwerken Merzig auf SZ-Anfrage. Was den Defekt des betroffenen Kabels auslöste, konnte Pfeifer gestern noch nicht sagen. "Die Kollegen der Energis arbeiten aber daran", versicherte die Stadtwerke-Sprecherin.

Eine Stunde ohne Strom war für das Geschäft von Eiscafé-Betreiber Emiliano Antoniazzi verheerend. Kein Strom - keine Kühlung. "Ich konnte gar nichts mehr machen, keinen Milchshake, keinen Kaffee, keine Sahne, kein Eis." Und das zu einer Uhrzeit, in der das Cortina gut besucht war, wie der Italiener erklärt. "Die Leute sind dann alle nach Hause gegangen. Das hat schon ein enormes Loch in die Kasse gerissen", beklagt Antoniazzi. Fazit der Misere: Das Eis, das in der Auslage normalerweise auf minus 16 Grad gekühlt wird, landete am Ende im Müll. "Es hatte nach dem Ausfall eine Temperatur von zwei Grad plus und war nicht mehr zu gebrauchen", sagt der Eiscafé-Betreiber. Deshalb galt es für den Eismann, am Donnerstag schon um vier Uhr in der Frühe aufzustehen, um die Eisproduktion im eigenen Eislabor auf Hochtouren zu bringen.

Des einen Leid ist des anderen Freud - dies trifft zumindest auf das Klex-Bistro in der Trierer Straße zu. "Wir hatten Strom und waren daher von dem Ausfall nicht betroffen. Wir haben sogar indirekt davon profitiert", erzählt Inhaber Halil Ay. Da in vielen anderen Restaurants der Innenstadt Küchen lahmgelegt waren, wichen einige Gäste auf das Klex aus. "Wir hatten viele Anrufe, ob es auch bei uns Stromausfall gibt oder ob unsere Küche geöffnet ist. Ob diese Gäste am Ende auch gekommen sind, weiß man natürlich nicht", so Ay. Man könne lediglich sagen, dass "viele Gäste in den Abendstunden da waren und die Kasse etwas voller war als sonst".

Für Joachim Arnold und sein Team gab es durch den Stromausfall keine Beeinträchtigungen, wie der "Musik & Theater Saar"-Chef auf SZ-Anfrage erklärt. Die Proben für das Musical "Cabaret" würden derzeit nur bis 18.30 Uhr gehen. "Bei uns ist alles im grünen Bereich. Den Ausfall habe ich nur an der Störmeldung meiner Waschmaschine bemerkt", sagt Arnold und lacht.

Kerstin Kurze, die Köchin des Merziger Kolpinghauses, konnte der Stromausfall trotz vollen Gasthauses nicht aus der Bahn werfen. Zwar fiel die Kühlung aus, "doch das Bier lief trotzdem, das war ja vorgekühlt". Die Gäste hätten die Stunde ohne Strom mit Humor genommen. Und dass die Musik ausfiel, sei auch kein Problem gewesen, schließlich hatte man am Mittwochabend den Chor im Haus. "Aus DDR-Zeiten bin ich anderes gewöhnt. Damals hatten wir auch ein Gasthaus, und da war der Strom an einem Silvesterabend sogar von acht bis weit nach 24 Uhr weg", erinnert sich die Köchin.