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Klinikpersonal
Katholische Kliniken brechen Gespräche mit Verdi ab

Die Gewerkschaft Verdi setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen an Krankenhäusern ein.
Die Gewerkschaft Verdi setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen an Krankenhäusern ein. FOTO: Peter Steffen / picture alliance / dpa
Ottweiler. Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Kliniken über eine Entlastung des Personals sind vorerst gescheitert.

Die Marienhauskliniken im Saarland und das Caritaskrankenhaus in Saarbrücken haben die Gespräche mit der Gewerkschaft Verdi über eine Entlastung des Klinikpersonals offenbar einseitig für beendet erklärt. Das teilte Verdi am Freitag mit. Als Begründung hätten die katholischen Krankenhäuser der Gewerkschaft Vertrauensbruch vorgeworfen, weil diese 14 Briefe von Beschäftigten an den Trierer Bischof Stephan Ackermann weitergeleitet habe, heißt es in der Mitteilung. Gleichzeitig teilte Verdi mit, dass man mit der SHG-Gruppe im September Verhandlungen beginnen werde. Verdi will derzeit bundesweit auf drei Ebenen für eine Entlastung des Personals kämpfen: mit Tarifverträgen, auf betrieblicher sowie auf politischer Ebene.



Nachdem Verdi Streiks angedroht hatte, waren die Gespräche mit der Marienhaus Unternehmensgruppe mit Unterstützung der CDU/SPD-Landesregierung zunächst zustande gekommen. Es habe auch ein Treffen gegeben, erklärte Gewerkschaftssekretär Michael Quetting. Dies sei zwar nicht in der gewünschten Form abgelaufen, da die Arbeitgeber nicht mit Beschäftigten der Klinik sprechen wollten. Verdi habe aber beschlossen, dennoch weitere Gespräche zu führen, zu denen es letztendlich aber nicht gekommen sei.

Den Vorwurf des Vertrauensbruchs konnte Quetting nicht nachvollziehen: „Die Kolleginnen haben nichts anderes getan, als ihren Bischof um Hilfe zu bitten. Verdi hat diese Briefe weitergeleitet und noch nicht einmal veröffentlicht.“ Quetting bezeichnete im Gegenzug das Verhalten der katholischen Krankenhäuser als Vertrauensbruch: „Anstatt sich den Problemen zu stellen, wird leider ein Klima der Einschüchterung geschaffen. Dies ist befremdlich, bedauerlich und enttäuschend.“ Die Gesprächsverweigerung stehe im Widerspruch zu der Vorgehensweise im saarländischen Pflegepakt mit der Landesregierung. Er forderte die unverzügliche Wiederaufnahme der Gespräche.

Derzeit verhandelt Verdi mit der Uniklinik in Homburg über eine Entlastung der Mitarbeiter. Quetting sagte, dass die SHG-Gruppe auf eine erneute Verhandlungsaufforderung positiv reagiert habe. Man habe für September einen Verhandlungstermin vereinbart. Mit den SHG-Kliniken wollen erstmals Häuser mit Verdi verhandeln, die im kommunalen Arbeitgeberverband organisiert sind. Die Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken war gestern nicht zu erreichen, die Marienhaus Gruppe will sich nächste Woche äußern.