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Katerchen Pepe überlebte nur dank ihrer Hilfe

Das zehn Wochen alte Katerchen Pepe, das Christine Gläser auf dem Arm hält, verdankt sein Leben der Katzenklappe Völklingen. Neben Gläser sitzt Mitstreiterin Anke Bilke. Foto: lena gläser
Das zehn Wochen alte Katerchen Pepe, das Christine Gläser auf dem Arm hält, verdankt sein Leben der Katzenklappe Völklingen. Neben Gläser sitzt Mitstreiterin Anke Bilke. Foto: lena gläser FOTO: lena gläser
Völklingen. Katzenschicksale: Sie waren ausgesetzt und streunten krank und hungrig umher. Dann kamen sie in die Obhut der Katzenklappe Völklingen. Der Verein arbeitet gegen die Folgen menschlicher Gleichgültigkeit. Von SZ-RedakteurFrank Kohler

Katerchen Pepe hat den harten Kampf ums Überleben gewonnen. Als einziges Tier aus seinem Wurf. Schicksale wie seines lassen Christine Gläser (48) aus Fürstenhausen und ihre Mitstreiter nicht ruhen. Sie gründeten die Katzenklappe Völklingen, einen eingetragenen Verein. Gläser erinnert sich: "Die Kätzchen wurden in einem Pappkarton neben einem Mülleimer gefunden. Sie waren in einem sehr schlechten Zustand, und für seine drei Geschwister kam leider jede Hilfe zu spät. Pepe hat gekämpft und ist, obwohl er sehr krank war, ein munteres, verspieltes und total verschmustes Katerchen geworden." Und Kody, der ebenso stattliche wie friedliche Hund der Gläsers, ist der beste Freund des Mini-Tigers.

Solche Erfolge im Kampf gegen das Elend ausgesetzter Katzen fallen nicht vom Himmel. "Aufzucht und Pflege kostet viel Arbeit und Geld. Neben den anfallenden Tierarztkosten geht die Ernährung der Winzlinge ins Geld. Denn wir brauchen für die ganz jungen Welpen spezielle Milch aus der Flasche. Und das alle zwei Stunden, auch nachts. Diese Aufzucht der Kätzchen macht einen großen Teil unserer Arbeit aus." 17 Mitglieder hat die Katzenklappe. Die Zahl ihrer Schützlinge steigt und steigt.

"Das bedeutet, dass wir das ganze Jahr über gegen das Katzen-Elend kämpfen müssen. 50 Tiere pro Jahr betreuten wir bislang im Durchschnitt. Jetzt werden es noch mehr." Einerseits, weil sich überforderte Besitzer von ihren Tieren trennen und sie in die Obhut der Katzenklappe geben.

Andererseits, weil herzlose Menschen ihre Katzen einfach aussetzen und sie einem ungewissen Schicksal überlassen. Erst in der Obhut der Völklinger Tierfreunde wendet sich für solche Geschöpfe alles zum Besseren. "Wir entwurmen die Tiere und lassen sie impfen", sagt Gläser. Das ist die beste Möglichkeit, Katzen vor Krankheiten zu schützen. Aber dieser Kampf ist nur zu gewinnen, wenn die Zahl der frei laufenden Tiere nicht ausufert. "Wer seine Katzen rauslässt, muss sie unbedingt kastrieren lassen", sagt Gläser.

Und natürlich müsse jeder, dem sein Tier am Herzen liegt, dafür sorgen, dass es nicht abhanden kommen kann und es deswegen chippen lassen. Das verbessert die Aussichten auf ein glückliches Wiedersehen. "Bei uns gehen viele Suchmeldungen ein", sagt Gläser. Dass so viele Katzen weder geimpft noch gechippt sind, zeigt für Gläser wie gleichgültig vielen Menschen das Schicksal ihrer Tiere ist. "Es wird jedes Jahr schlimmer", sagt Gläser. Aber wenn sie sieht, wie unbeschwert der kleine Pepe durch die Wohnung tollt, gibt ihr das Kraft zum Weitermachen.

Kontakt: Weitere Informationen über die Katzenklappe Völklingen gibt Christine Gläser, Tel. (0 68 98) 7 85 48, katzenklappe-vk@gmx.de