| 22:10 Uhr

Kanaldeckel im Schwimmerbecken

Dudweiler. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel. Vögel zwitschern. Das Wasser im Dudweiler Freibad plätschert leise. Das Bad ist menschenleer. Eine herrliche Idylle. Doch der Schein trügt. Schwimmmeister Werner Bartsch hat sozusagen einen dicken Hals. Ständig klingelt sein Telefon. Immer wieder hört er dieselbe Frage. "Wann macht das Bad endlich auf?", wollen die Anrufer wissen Von SZ-Mitarbeiter Elmar Müller

Dudweiler. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel. Vögel zwitschern. Das Wasser im Dudweiler Freibad plätschert leise. Das Bad ist menschenleer. Eine herrliche Idylle. Doch der Schein trügt.



Schwimmmeister Werner Bartsch hat sozusagen einen dicken Hals. Ständig klingelt sein Telefon. Immer wieder hört er dieselbe Frage. "Wann macht das Bad endlich auf?", wollen die Anrufer wissen.

Das ist es aber nicht, was den dicken Hals von Bartsch verursacht. Es sind zwei Blumenkübel, vier Bänke und eine Umkleidekabine, die nicht dort stehen, wo sie hingehören - sie liegen im großen Schwimmbecken. "Ich bin stinksauer", schimpft Bartsch und zeigt auf die Stelle am Beckenrand, wo die Umkleide stand. "Die wurde mutwillig aus der Verankerung rausgerissen."

Am Samstagmorgen haben ihn Anwohner angerufen. Sie glaubten, dass da jemand im Becken liegt. Als Bartsch ankam, sah er die Bescherung: Im Kinderplantschbecken schwammen leere Schnapsflaschen. Im großen Schwimmbecken lagen neben den Bänken, den Blumenkübeln und der Kabine auch noch zwei Kanaldeckel. "Die waren aus der St. Ingberter Straße", berichtet Bartsch. "Wir haben sie sofort aus dem Wasser gefischt und wieder an Ort und Stelle gebracht."

Auch an dem blauen Häuschen für die Aufsicht ließen die Unbekannten ihre Wut aus, rissen ein Brett aus dem Fenster. Dazu schlugen sie noch Bierflaschen am Schwimmerbecken kaputt. "Die Scherben haben wir schon zusammengekehrt", so Bartsch. Gestern morgen erstattete der Schwimmmeister Anzeige gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigung.

Rainer Hück, Prokurist der Bäderbetriebsgesellschaft Saarbrücken (BBS) - sie betreibt auch die Dudweiler Freizeiteinrichtung - kann über solche Zerstörungswut nur noch den Kopf schütteln. "Jetzt brauchen unsere Leute wieder zwei Tage, um alles in Ordnung zu bringen. " So müsse der Beckenboden abgesaugt werden, das Wasser wieder komplett durch die Filteranlage geleitet werden.

Hück bittet alle Anwohner, sich direkt an die Polizei zu wenden, wenn es wieder Zerstörungen im Bad geben sollte. "Wenn solche Anzeigen zum Erfolg führen, wollen wir uns auch erkenntlich zeigen", sagt er. Nach seinen Angaben öffnet das Dudweiler Freibad am kommenden Samstag (30. Mai) seine Pforten. Aus Kostengründen sei erst einmal nur das Saarbrücker Totobad geöffnet worden.

Übrigens: Dort betrugen die Besucherzahlen am Donnerstag und Freitag jeweils knapp 400. Am Samstag und Sonntag waren jeweils etwa 1400 Wasserratten im Totobad.