| 20:17 Uhr

Kamikaze mit Verrenkungen

Freund oder Gegner, wer mag das schon auseinanderhalten - gerade im Wahlkampf. Da ringt jeder für sich allein um die Gunst des Wählers. Wie schön jedoch, wenn sich zwischen allen Kampfeshandlungen eine Partei noch brennend interessiert für Personen und Programme einer anderen. So erreichte dieser Tage den Schatzmeister der Grünen in Friedrichsthal, Frank Marian, eine Mail von Horst@Kamikaze

Freund oder Gegner, wer mag das schon auseinanderhalten - gerade im Wahlkampf. Da ringt jeder für sich allein um die Gunst des Wählers. Wie schön jedoch, wenn sich zwischen allen Kampfeshandlungen eine Partei noch brennend interessiert für Personen und Programme einer anderen. So erreichte dieser Tage den Schatzmeister der Grünen in Friedrichsthal, Frank Marian, eine Mail von Horst@Kamikaze. Dahinter verbirgt sich, wie die Homepage der Saar-FDP zeigt, Landtagskandidat Horst Hinschberger. Er wolle, schrieb er den Grünen, "als interessierter Wähler" gern mehr über die Zielsetzung der Spitzenkandidaten der Grünen in der Stadt wissen. Um dann um eine "Kandidatenbroschüre" zu bitten, die Aufschluss gibt über die Damen und Herren, die sich bei der anstehenden Kommunalwahl um ein Mandat bewerben. Komisch ist, dass "Kamikaze-Horst" am Ende einen völlig anderen Namen angibt. Wir fragten nach und erfuhren, dass das alles ein ganz großer Irrtum sei. Das jedenfalls sagte eine junge Frau, die sich quasi als die rechte und die linke Hand des Herrn Hinschberger ausgibt. Sie habe mit einem Familienmitglied, dessen Namen in der Mail zu finden war, am Rechner gesessen und die Grünen angemailt, der Rechner habe aber anscheinend "nicht akzeptiert", dass sie das "Emailkonto" auf den Namen des jungen Wählers, "der sich für Politik interessiert" wechselte. Mit anderen Worten: eine kleine elektronische Panne mit den oben beschriebenen Folgen. Schade, und wir dachten schon, der Freidemokrat Hinschberger würde sich für grüne Inhalte interessieren. So bleibt am Ende wieder alles beim alten: jeder gegen jeden.