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Jugendzentren im Saarland
Wie bringt man Jugendliche dazu, sich für ihr Dorf zu engagieren?

Theo Koch (l.) und Alexandra Gross (2. v. l.) von Juz-United mit Jugendlichen des Jugendzentrums Oberesch in Rehlingen-Siersburg, wo die Jugendarbeit nach Kochs Angaben sehr gut funktioniert.
Theo Koch (l.) und Alexandra Gross (2. v. l.) von Juz-United mit Jugendlichen des Jugendzentrums Oberesch in Rehlingen-Siersburg, wo die Jugendarbeit nach Kochs Angaben sehr gut funktioniert. FOTO: Juz United
Saarbrücken. Von Alexander Avdeev

Wie schafft es eine Gemeinde, Jugendliche dazu zu bewegen, mehr Interesse für die politischen Ereignisse in ihrer Ortschaft zu entwickeln? Der Verband saarländischer Jugendzentren in Selbstverwaltung (Juz-United) will mit einem neuen Projekt genau das erreichen. Das von der EU geförderte Projekt soll unter dem Motto „Engagement braucht Raum“ in den ländlichen Regionen im Warndt und auf dem Saargau neue Jugendtreffs ins Leben rufen.


Ziel dieser Jugendtreffs ist es, dass die Jugendlichen ein lebendiges und gemeinschaftliches Gefühl des Miteinander in ihren Gemeinden entwickeln. Dadurch, dass die Jugendlichen Verantwortung für die Räume der Jugendzentren übernehmen, sollen sie eine Verbindung zu ihren Dörfern aufbauen. Laut Juz-United gibt es eine offensichtliche Notwendigkeit, die jungen Menschen zu motivieren, an den Ereignissen in ihren Dörfern mitzuwirken. „Die Zukunft der Dörfer ist ihre Jugend. Daher ist es wichtig, unsere Jugendlichen in die Dorfgemeinschaft zu integrieren“, sagt Theo Koch, Geschäftsführer von Juz-United. Insbesondere die selbstverwalteten Jugendtreffs hätten sich dabei als erprobtes Mittel für die erstmalige Übernahme von Verantwortung erwiesen. Auch Alexandra Gross, stellvertretende Leiterin von Juz-United, sagt: „Es ist nicht selten der Fall, dass sich Heranwachsende nach ihren Tätigkeiten in den Jugendzentren kommunalpolitisch, ehrenamtlich oder sozial engagieren.“

Gegründet wurde Juz-United im Jahr 1974, das Grundprinzip des Verbandes ist die Förderung von Selbstorganisation und Selbstverwaltung in der Jugendarbeit. Der Verband vertritt die Interessen seiner Mitglieder auf Landes- und Kreisebene, fördert und unterstützt bestehende Jugendzentren sowie die Errichtung von neuen. Des Weiteren dient Juz-United der Vernetzung der 130 Jugendzentren im Saarland. Durch das selbständige Planen von Open-Air-Konzerten, Partys sowie Wander- und Zelttouren wird die soziale Kompetenz der Jugendlichen gefördert. Das gemeinsame Verfolgen eines Ziels und das erfolgreiche Gelingen soll die Solidarität der Jugendlichen verbessern. Geeignet sind die Jugendzentren für Jugendliche im Alter von 14 bis etwa 20 Jahren.



Alexandra Gross hat den Eindruck, dass die Jugendlichen immer mehr in eine passive Konsumentenrolle verfallen, dadurch verlören sie die Fähigkeit, sich eigenständig um Dinge zu kümmern und Eigenantrieb zu entwickeln. Daher ist es für das Juz-United-Team wichtig, den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, in ihrer Gemeinde politisch mitwirken zu können. Laut Theo Koch ist die Hürde oftmals, die Gemeinden zu überzeugen, die neuen Jugendtreffs zu genehmigen und zu unterstützen. Die Motivation einiger Gemeinden sei wegen negativer Erfahrungen nicht mehr sehr stark. Doch die Jugendtreffs ganz abzuschaffen ist laut Theo Koch der falsche Weg. Es gebe viele Gemeinden wie zum Beispiel Rehlingen-Siersburg, wo regelmäßig erfolgreiche Jugendtreffs durchgeführt würden.