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Jugenddorf-Programm gegen Fettleibigkeit läuft bis zu vier Jahre

Schwarzenbach. In unserer Gesellschaft gibt es immer mehr fettleibige Kinder und Jugendliche. Darauf stellen sich inzwischen auch die Firmen und Institutionen bei ihren Ausbildungsgängen ein. red

So auch im Jugenddorf Homburg. In den vergangenen Jahren absolvieren immer mehr adipöse (fettleibige) Jugendliche eine Ausbildung im Berufsbildungswerk (CJD) in Schwarzenbach. Gerade benachteiligte junge Menschen litten überproportional häufig an Adipositas, dadurch würden ihre gesundheitliche Leistungsfähigkeit und ihre Chance auf dem Arbeitsmarkt erheblich beeinträchtigt, heißt es in einer Pressemitteilung des Jugenddorfes. Adipositas als chronische Erkrankung und behinderte Teilhabe werde auch in Zukunft verstärkt zur Zuweisung in Berufsbildungswerke führen.

Programm vorgestellt

Mehr als 20 junge Auszubildende waren der Einladung zum Start der Adipositasschulung 2013 im Jugenddorf-Berufsbildungswerk gefolgt. Sportlehrer Rainer Satzky und Angelika Thönnes stellten das Programm und den Plan vor. Neben der sportlichen Betätigung und dem Kennenlernen der verschiedensten Sportarten lernen die Jugendlichen auch, sich richtig zu ernähren, und erhalten bei Bedarf psychologische Hilfen sowohl im vorbeugenden als auch im therapeutischen Bereich. Das Angebot für die Jugendlichen umfasst die Theorie wie auch die Praxis. Beim Sport lernen sie die verschiedensten Sportarten kennen, regelmäßig zu trainieren und Selbstvertrauen in ihre eigene sportliche Leistungsfähigkeitzu entwickeln. Das Angebot umfasst auch spezielle Bewegungsprogramme, so Satzky, für übergewichtige und adipöse Jugendliche. Andrea Bollenbacher, Diätassistentin im CJD Homburg, gibt theoretische und praktische Tipps zu einem gesunden Essverhalten und einer positiven Esskultur. Im Mittelpunkt steht dabei die Ernährungsberatung und in der Praxis werden schmackhafte Gerichte zubereitet und gekocht. Der Besuch eines Schnellrestaurants steht ebenfalls auf dem Plan. Dort lernen die Jugendlichen, dass es auch Gerichte und Getränke gibt, die für jeden geeignet und nicht so kalorienreich sind.

Umfassendes Konzept

Das umfassende Adipositas-Konzept des Jugenddorfes basiere auf einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen dem medizinischen, dem psychologischen und dem sporttherapeutischen Bereich und werde ergänzt durch die Diätassistentin des Hauses, heißt es weiter.

Der Teufelskreis Gewichtszunahme, Isolation, Selbstwertprobleme und weitere Gewichtszunahme werde zunächst durch die Diagnose und die Adipositas-Schulungen durchbrochen, so Thönnes. Im Verlauf der weiteren Arbeit, bis zu vier Jahren, werde sie interdisziplinär unter ständiger ärztlicher Kontrolle weitergeführt.