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Jüdische Gemeinde gedenkt der Opfer des Nazi-Regimes

Saarbrücken. Mit Kerzen und Gesang hat die Synagogengemeinde Saar in einer öffentlichen Gedenkstunde gestern Abend an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 erinnert. Der Vorsitzende Richard Bermann sagte am 72. Jahrestag der Übergriffe im Grußwort an die rund 150 Gäste in der Saarbrücker Synagoge: "Wir sind den Opfern der Shoah schuldig, sie nicht zu vergessen

Saarbrücken. Mit Kerzen und Gesang hat die Synagogengemeinde Saar in einer öffentlichen Gedenkstunde gestern Abend an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 erinnert. Der Vorsitzende Richard Bermann sagte am 72. Jahrestag der Übergriffe im Grußwort an die rund 150 Gäste in der Saarbrücker Synagoge: "Wir sind den Opfern der Shoah schuldig, sie nicht zu vergessen." Doch das müsse heute in anderer Form geschehen. Weil nur noch wenige Zeitzeugen lebten, sei es wichtig, die Vergangenheit zwar zu berücksichtigen, aber dafür die Gegenwart mehr mit einzubeziehen.Zum Gedenken an die rund sechs Millionen jüdischen Opfer der Massenvernichtung durch die Nazis wurden sechs Kerzen angezündet. Im Anschluss daran fand ein Gedenkgottesdienst statt, bei dem Kantor Benjamin Chait Gebete für die Opfer verlas. Im Vorraum der Synagoge zeigt die Fotoausstellung "Auch! Kleine Saarländer" Kinder, die den Holocaust überlebten und erinnert zugleich an jene Opfer, die nicht zu "großen Saarländern" heranwachsen durften. ee