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Keine Cola im Schulkiosk
Jost muss beweisen, dass er Mut hat

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Die Gesundheits-Karriere eines Menschen wird bereits früh vorgegeben. Bereits die Fehlernährung der Mutter kann dem Kind schaden, ebenso ein Verzicht auf Muttermilch in den Babyjahren. Von Dietmar Klostermann
Dietmar Klostermann

Während in den Kitas und Grundschulen einiges getan wird, um dem Nachwuchs die Vorzüge von Müslis, Obst, Gemüse und Wasser nahe zu bringen, regieren spätestens ab dem Eintriit in die weiterführenden Schulen Cola, Fastfood, Schokoriegel und Co. Mit schlimmen Folgen für die Gesundheit der Kinder, die sie ein Leben lang begleiten werden. Wenn Saar-Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD) die „Lockwerbung“ stoppen will, ist das honorig. Doch gegen die „Zückerchen“, die die mächtige Zucker-Industrie der CDU/SPD-Bundesregierung angedeihen lässt,  wird Jost nicht ankommen. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner  (CDU) blockt alles ab, von der Zucker-Steuer bis zur Lebensmittelampel. Aber Jost kann im Saarland beweisen, ob er Mumm hat: Den Hausmeistern in den Schulkiosken kann er den Verkauf von Cola, Limo und Schokoriegeln verbieten. Und statt dessen ein Angebot mit Bliesgau-Apfelschorle und Merziger Birnenschnitten verordnen. Das wäre ein „Signal“, das eine Debatte auslöst, die dringender ist denn je.