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Jetzt kehrt endlich Ruhe ein

Göttelborn. Um diese Jahreszeit liegt Göttelborn oft versteckt im Nebel. Gestern Morgen aber nicht. Als gegen 11 Uhr Umweltstaatssekretär Dieter Grünewald und Werner Schmitt, Leiter der Obersten Straßenbehörde im Umweltministerium, die neue Lärmschutzwand an der Autobahn 8 in Höhe Göttelborn einweihten, schaute die Sonne raus Von SZ-Mitarbeiter Elmar Müller

Göttelborn. Um diese Jahreszeit liegt Göttelborn oft versteckt im Nebel. Gestern Morgen aber nicht. Als gegen 11 Uhr Umweltstaatssekretär Dieter Grünewald und Werner Schmitt, Leiter der Obersten Straßenbehörde im Umweltministerium, die neue Lärmschutzwand an der Autobahn 8 in Höhe Göttelborn einweihten, schaute die Sonne raus. "Die Fertigstellung der Lärmschutzwand ist ein für viele Bürger sehr wichtiges Ereignis", sagte Schmitt. Denn die Wand bringe mehr Lebensqualität. Die Wand, über die rund 35 Jahre diskutiert wurde, ist 500 Meter lang und fünf Meter hoch. Kosten: 1,5 Millionen Euro. Das Geld kam vom Bundeswirtschaftsministerium. Die Bauzeit betrug fünf Monate.



"Es ist wichtig, dass die Anwohner an Bundesfernstraßen geschützt werden", meinte Dieter Grünewald. Bürgermeisterin Karin Lawall sprach von einem "guten Tag" für Göttelborn. Viele hätten schon nicht mehr an die Realisierung geglaubt: "Dass die Lärmschutzwand doch gebaut wurde, ist der Erfolg engagierter Bürger."

Einer von ihnen ist Gilbert Schmidt. Er wohnt nur wenige Meter von der A 8 entfernt. Er bekam den Lärm enorm zu spüren. Seit 1976 kämpfte er mit einer Bürgerinitiative (BI) für Bau der Lärmschutzwand, war Sprecher der BI. "Die Wand bringt was. Es ist ruhiger geworden", stellt er erfreut fest. Leider gebe es zwischen der Wand und dem nebenan aufgeschütteten Wall eine Lücke. Die müsse unbedingt durch Aufschüttung geschlossen werden. Schade und sehr bedauerlich sei allerdings, dass keine Photovoltaik-Anlage vor die Wand gebaut werden konnte, schränkte er ein. Schmidt: "Der Investor hätte die Wand auf eigene Kosten um 2,50 Meter erhöht." Dadurch wäre der Schutz noch besser geworden. Doch das Projekt sei an Grundstücksfragen gescheitert.

Nach Angaben von Michael Hoppstädter, Direktor des Landesbetriebs für Straßenbau (LfS), haben jetzt noch 71 Anlieger ein Anrecht auf passiven Lärmschutz, etwa dreifach verglaste Fenster. Hoppstädter: "Wir haben ein Ingenieurbüro mit der Angelegenheit beauftragt. Es wird sich mit den betroffenen Anwohnern in Verbindung setzen."