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Jetzt ist er einsame Spitze

Merzig-Wadern. Das Auslaufen des Deutschen Wandersiegels in einem Jahr wollte der Naturpark- Saar- Hunsrück nicht abwarten. Schon jetzt wurde eine erneute Zertifizierung durch das Deutsche Wanderinstitut mit Sitz in Marburg durchgeführt Von Herbert Thormeyer (Trierischer Volksfreund)

Merzig-Wadern. Das Auslaufen des Deutschen Wandersiegels in einem Jahr wollte der Naturpark- Saar- Hunsrück nicht abwarten. Schon jetzt wurde eine erneute Zertifizierung durch das Deutsche Wanderinstitut mit Sitz in Marburg durchgeführt. Mit dem Ergebnis, das am Freitag in Morbach bekannt gegeben wurde (die SZ berichtete), vergrößert sich der Abstand des Saar-Hunsrück-Steiges im Vergleich zu ähnlichen Angeboten bundesweit noch weiter. Der Vorsitzende des Deutschen Wanderinstitutes, Klaus Erber, schwärmt: "Der Weg weist auf 184 Kilometern durchgehend höchstes Niveau auf." Der Diplom-Geograf untermauerte diese Aussage im Hunsrückhaus am Erbeskopf mit zahlreichen Fotos, die zeigen, wie sorgfältig der Saar-Hunsrück-Steig und die 44 "Traumschleifen", die ab August im Angebot sind, weiterentwickelt werden. Ein Jahr lang hat sich ein Projektbüro mit Sitz im saarländischen Losheim mit dieser Aufgabe befasst. Das Ergebnis: Die Zahl der "Erlebnispunkte" konnte nicht nur von 47 auf 58 gesteigert und damit auf deutsches Rekordniveau angehoben werden. Was den Fachmann wirklich beeindruckte war, wie viel Akribie und Ideen aufgewendet wurden, um den Wanderern ihre Fortbewegung per pedes zum unvergesslichen Erlebnis werden zu lassen. In 100-Meter-Abschnitten wurden bei der Zertifizierung Punkte in 36 Kriterien vergeben und vor allem die Nutzer gefragt. Das Leitsystem beschreibt Erber als "unverlaufbar". Etliche normale Feldwirtschaftswege wurden aus der Route genommen und durch möglichst naturnahe Pfade ersetzt. Asphaltwege gibt es kaum noch. Ruhebänke, Brücken, Treppen und andere "Gehhilfen" erleichtern das Wandern. Über das Spitzenergebnis freuen sich die beiden Vorsitzenden des Naturparks Saar-Hunsrück, Merzigs Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich, und ihr Kollege des Kreises Trier-Saarburg, Günther Schartz. Denn auch die Gastronomie in den 13 beteiligten Kommunen zog mit. "38 Betriebe haben sich als Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland zertifizieren lassen und tragen somit zur Qualitätsteigerung des Angebotes bei", freut sich Schlegel- Friedrich. Hinzu kommen die "Traumschleifen", mit denen das Naturerlebnis Saar-Hunsrück-Steig "in die Breite" geht. "44 Traumschleifen sind bereits angelegt, weitere 20 fest in der Planung", informierte der Leiter des Projektbüros, Achim Laub. Diese Schleifen sollen ebenfalls zertifiziert werden und mindestens 50 Erlebnispunkte bieten. Mit einem Marketing-Budget von jährlich 200 000 Euro wirbt der Naturpark Saar-Hunsrück für den mit Abstand schönsten Wanderweg Deutschlands. Das es auch bei der Wertschöpfung was bringt, bestätigt der Keller Verbandsgemeindebürgermeister Werner Angsten: "Wir verzeichnen einen deutlichen Zuwachs in der Gastronomie und bei den Übernachtungen." Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Rund 100 000 Naturfreunde nutzten im letzten Jahr den Steig.




Auf einen blick15 Traumschleifen in der Region laden zum Wandern ein: Schillinger Panoramaweg, "Greimerather", Hunolsteiner Klammtour, "LandZeitTour" Morbach, Dhrontal-Wackentour, Mittelalterpfad Herrstein, Schiefer- Wackenweg Ruwer, Rockenburger Urwaldpfad- Hermeskeil, Gräfin-Loretta-Weg Baumholder, Trauntal Höhenweg Birkenfeld, Masdascher Burgherrenweg Kastellaun, Soonwaldschleife Simmern, Kingelfloss Simmern, Karlskopfrunde Konz und der Kasteler Felsenpfad Saarburg werden demnächst zertifiziert. doth