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Irischer Schwung und schwarzer Humor

Jack in the Green beim Auftritt am Püttlinger Kulturbahnhof. Foto: Heike Kolling-Krumm
Jack in the Green beim Auftritt am Püttlinger Kulturbahnhof. Foto: Heike Kolling-Krumm FOTO: Heike Kolling-Krumm
Püttlingen. Mit Geige, Gitarre, Gesang und der Midi-Pipe zelebrierten Thomas Weigel und seine Band Jack in the Green am Püttlinger Kulturbahnhof ein gelungenes Konzert mit reichlich Rhythmus und irischem Flair. Von SZ-MitarbeiterAndreas Lang

Mitunter können irische Volkslieder recht martialisch sein. So übersetzte Thomas Weigel aus Heusweiler, Sänger der Irish-Folkrock-Band Jack in the Green bei seinem Konzert am Freitagabend auf dem für den Bahnverkehr stillgelegten Bahnsteig des Püttlinger Bahnhofs ein paar Zeilen: "Sie kommen über unser Land, fangen uns, schneiden uns die Köpfe ab und sieden sie in Öl." Er beruhigte auch sofort die vielen Zuschauer des Konzertes im Rahmen des Sommerfahrplans: "Wenn ich das gleich singe, hört es sich viel netter an." Das traf zwar nur auf die im Publikum zu, die des Englischen nicht mächtig sind, aber dennoch entwickelte sich da am lauen Freitagabend ein kurzweiliges Konzert.

Neben Weigel gehören Flötist Frank Engel, Daniel Braun an der elektrischen Geige, Michael Schillo am Bass, Gitarrist Oliver Schwinn und Schlagzeuger Steffen Sauer zur Band. Gleich zu Beginn setzte Weigel ein ungewöhnliches Musikinstrument ein. Eine so genannte Midi-Pipe, einen elektronischen Dudelsack. Der besteht aus dem eigentlichen Sack, der in diesem Fall aber kein Luftsack ist. Im Sackkörper ist ein Großteil der Elektronik verborgen, außerdem fängt das Instrument erst an zu spielen, wenn der Musiker mit dem Ellbogen Druck auf den Sack ausübt. Das Blasrohr und die Bordunpfeifen eines ursprünglichen Dudelsacks fehlen dem modernen Nachfolger. Einige Titel später ein Wechsel in der Musikrichtung. "Schrammel-Musik können wir ganz gut", so Weigel. Wie das geht? Nun: Er selbst schrammelt auf der Gitarre, der Rest der Gruppe beschränkt sich auf den vierstimmigen Gesang, den Weigel anführt. In diesem Fall zu "Sally Brown". Und weil das ganze einen mitreißenden Rhythmus hat, begannen die Musiker das Schrammellied mit Klatschen zu begleiten - und das Publikum stimmte mit ein.

"Das nächste Stück kennen Sie aus den Shows mit dem Titel ,Lord of the Dance' kreuz und quer durch Europa touren", kündigte Weigel später an. Und: "Wir spielen das Lied auch, verzichten aber auf den Steptanz."


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HintergrundDas Kulturforum Köllertal setzt seinen Sommerfahrplan mit dem saarländischen Gitarristen Thomas Blug fort. Er interpretiert am Freitag, 2. August, ab 19.30 Uhr Klassiker der Rockgeschichte. Thomas Blug zählt zu den besten deutschen Rock- und Popgitarristen. Beim Open-Air am Kulturbahnhof bringt er mit seinen Musikern von Dreist, Piet Eifel (Gesang, Bass) und Micky Meyer (Schlagzeug), deutsche Eigenkompositionen auf die Bahnhofsbühne. Mit Gastsänger Rick de Soto werden Rocksongs von AC/DC bis Led Zeppelin interpretiert. Der Eintritt ist frei. al