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Instandhaltung war fällig

Fast so, als wäre ein Verpackungskünstler am Werk: Das eingerüstete Ford-Hochhaus in Beaumarais. Foto: Thomas Seeber
Fast so, als wäre ein Verpackungskünstler am Werk: Das eingerüstete Ford-Hochhaus in Beaumarais. Foto: Thomas Seeber FOTO: Thomas Seeber
Beaumarais. Neue Dämmung, neue Fassade und schnelles Internet – an alledem wird gerade am Ford-Hochhaus in der Wallerfanger Straße in Beaumarais gearbeitet. Bis Ende März 2014 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Von SZ-RedakteurinLaura Blatter

Schon von der Autobahn ist es von Weitem zu sehen. Es ragt 65 Meter in die Höhe und ist eine Landmarke für Saarlouis: Das Ford-Hochhaus im Park in der Wallerfanger Straße in Beaumarais. Derzeit präsentiert sich das 23-stöckige Gebäude ummantelt von Gerüsten. Denn es wird energetisch modernisiert.

"Das Gebäude hatte jetzt einfach Instandhaltungsbedarf. Der Beton an der Fassade und den Loggien wies Schäden auf. Und zudem ist die Sanierung eine energetische Maßnahme", erklärt GBS-Geschäftsführer Engelbert Feld. Die gemeinnützige Bau- und Siedlungs-Aktiengesellschaft Saarlouis (GBS) hat das Gebäude im Jahr 1968 errichtet und verwaltet seither die Wohnungseigentümergesellschaft. 140 Eigentumswohnungen hält das höchste Haus im gesamten Südwesten bereit, sieben davon werden von Gewerbetreibenden genutzt, 17 gehören der GBS.

Sanierungsstart war bereits im Oktober. Seither wurde auf die Fassade eine Wärmedämmung von 16 Zentimetern angebracht. Dazu gibt es ein neues Gesicht: eine Aluminium-Fassade in den Farben grau, anthrazit und rot-orange. Die Bauleitung hat die Planungsgruppe Munz + Partner aus Saarbrücken übernommen.

Außerdem wird künftig jede Wohnung über einen Glasfaseranschluss mit schnellem Internet und einem vielfältigen TV-Angebot versorgt.

Da sich allein die Gerüstkosten für eine Gebäudeseite auf 120 000 Euro belaufen, wolle man alle anstehenden Arbeiten "in einem Rutsch" machen, wie Feld sagt. Daher geht's dann im Januar den Betonbrüstungen an den Loggien an die Substanz. "Die Brüstungen werden abgeschnitten und durch ein Voll-Verglasungssystem ersetzt. So sind die Loggien wind- und wettergeschützt und die Bewohner können sie das ganze Jahr über nutzen", erklärt Janine Bettinger, Projektsteuerin und Verwalterin bei der GBS. "Das kommt bei den Leuten bombig an", fügt Feld an.

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 4,1 Millionen Euro. Die Wohnungseigentümer hatten in einer Versammlung mehrheitlich für die Sanierung gestimmt. "Wir haben gemeinsam mit der Saarländischen Investitionskreditbank AG und in Kooperation mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein Pilotprojekt gestartet, von dem in Zukunft viele Wohnungseigentümergemeinschaften profitieren können", erklärt Feld. Und das sieht so aus: Nicht der einzelne Eigentümer muss sich Geld leihen, sondern die Wohnungseigentümergesellschaft erhält ein Darlehen. Bettinger: "Wir konnten für die 4,1 Millionen einen Zinssatz von einem Prozent auf zehn Jahre festschreiben mit einer Gesamtlaufzeit von 15 Jahren." Für die Eigentümer bedeutet dies eine monatliche Belastung je nach Wohnungsgröße zwischen 50 und 130 Euro.

In dem Hochhaus, das ursprünglich für Ford-Mitarbeiter errichtet wurde, lebt Jung und Alt unter einem Dach. Feld: "Das ist ein Dorf für sich."

Erst vor Kurzem hat die Wohnungseigentümergemeinschaft das Foyer unter anderem mit einem neuen Granitboden renovieren lassen. In den nächsten sieben Jahren sollen zudem jährlich fünf bis sechs Etagenflure neu gestaltet werden. "Das wird ein richtig vornehmes Haus", sagt Feld und macht neugierig auf das Ergebnis, das für Ende März 2014 zu erwarten ist.