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Streit um Polizeistärke in Saarbrücken
Innenminister Bouillon widerspricht Britz

Saarbrücken. Im Streit um die Saarbrücker Polizeistärke antwortet der CDU-Mann der SPD-Oberbürgermeisterin mit Zahlen. Von Dietmar Klostermann und Matthias Zimmermann

() Innenminister Klaus Bouillon (CDU) hat gestern dem Vorwurf der Saarbrücker Oberbürgermeisterin widersprochen, dass es zu wenig Polizeipräsenz in Saarbrücken gebe. „Auch wenn die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2017 noch nicht vorliegen und wir aufgrund dessen hierzu keine abschließende Bewertung vornehmen können, so ist doch bezüglich der PKS-Daten der Jahre 2014, 2015 und 2016 festzuhalten, dass die von Frau Oberbürgermeisterin Britz kommunizierte allgemeine Sicherheitslage für Saarbrücken nicht mit den objektiven Fakten korrespondiert“, sagte Bouillon der SZ. Britz hatte nach einem blutigen Streit zwischen Syrern und Afghanen, bei dem ein 18-jähriger Afghane am Hauptbahnhof niedergestochen worden war, gesagt: „Ich erwarte ein schnelles Handeln des Innenministers. Die Polizeipräsenz muss deutlich verstärkt werden, gerade in dn Abend- und Nachtstunden.“


Bouillon hielt Britz die Statistik entgegen: von 2014 bis 2016 habe die Zahl der Straftaten in Saarbrücken von 25.137 auf 24.275 abgenommen. Etwa 31,5 Prozent der Straftaten im Saarland würden in Saarbrücken verübt, die Polizeistärke in Saarbrücken sei mit 31,7 Prozent aller Saar-Polizisten  ebenso groß. „Es besteht kein fachlicher Grund, den Personalverteilungsschlüssel mit dem Ziel einer Begünstigung der Dienststellen in der Landeshauptstadt zu verändern“, sagte Bouillon. Britz’ Sprecher Michael Blug verwies auf „Medienberichte“, auf die sich die OB bei ihrer Forderung bezogen habe.