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Bildung
Initiative: Schüler sollen Tempo selbst wählen

FOTO: Andreas Schlichter
Saarbrücken. Die Landeselterninitiative für Bildung weist darauf hin, dass eine Umstellung von acht auf neun Jahren bis zum Abitur an Gymnasien nicht automatisch zu besserer schulischer Bildung führe. Die Initiative befürchtet, dass die aktuelle Debatte um G8 oder G9 „ablenkt von der Notwendigkeit, an Gymnasien generell die Qualität der Lernprozesse im Unterricht verbessern zu müssen.“ Wichtiger sei es, ein „Abitur im eigenen Takt“ anzubieten. „In der Oberstufe könnten die Schülerinnen und Schüler ihren individuellen Stundenplan aus Modulen selbst gestalten und ihr eigenes Tempo wählen“, heißt es in einer Erklärung der Initiative. Dies würde den vielfältigen Begabungen der Schüler entsprechen.

Nach Auffassung der Initiative müssen die Gymnasien wie die anderen Schulformen mehr individuelle Förderung leisten, insbesondere wegen der „zunehmenden Heterogenität der Schülerschaft“. Man müsse sich mehr an den Schülern orientieren. Dafür bräuchten die Lehrer begleitende Fortbildungen und Entlastung von Unterrichtsverpflichtung. Dies könne am besten in Ganztagsschulen gelingen. Eine Studie  habe gezeigt, dass sich Sozialverhalten, Motivation und Selbstkonzept von Schülern an Ganztagsschulen verbessere.



Auch die Kooperation zwischen Gemeinschaftsschulen und Gymnasien in der Oberstufe befürwortet die Landeselterninitiative für Bildung ausdrücklich: So könne flexibel auf Entwicklungsstufen reagiert werden.