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Volker Löw (links) zeigt den Jungimkern, wie sie die Varroa-Milbe, die es zu bekämpfen gilt, erkennen können. Foto: Carolin Merkel
Volker Löw (links) zeigt den Jungimkern, wie sie die Varroa-Milbe, die es zu bekämpfen gilt, erkennen können. Foto: Carolin Merkel FOTO: Carolin Merkel
Reisbach. Volker Löw gab in Reisbach einen Kurs in Imkerei und vermittelte dabei einiges Fachwissen. Im Zentrum stand die Neugründung eines Bienenvolkes. In den Fokus rückte er die Bekämpfung der Varroa-Milbe. Von SZ-MitarbeiterinCarolin Merkel

"Man ist doch etwas naiv, wenn man mit der Imkerei anfängt", bekennt Rita Augustin aus Körprich. Sie ist vor einigen Wochen dem Aufruf zur Neugründung des Imkervereins ihrer Gemeinde gefolgt und hat beschlossen, sich für den Erhalt der Insekten einzusetzen. "Ich habe einen Film über Amerika und China gesehen, da gibt es teilweise keine Bienen mehr, Menschen müssen ersatzweise die Blüte bestäuben, das hat mich erschreckt", erzählt sie.

Anfänge in der Schulzeit

"Ich hatte schon in der Schule mir der Imkerei zu tun, lange war es mir nicht möglich, doch jetzt habe ich meine ersten Bienenvölker", erzählt Virginie Meunier aus Neuforweiler. Sie hat zwar bereits Vorwissen, doch der Kurs von Volker Löw aus Reisbach, Kreisbienensachverständiger, an dem beide Frauen mit weiteren zehn Jungimkern teilnehmen, vermittelt eine Menge Fachwissen aus erster Hand.

Nach dem theoretischen Teil ging es zum Abschluss zum Bienenhaus von Löw am Ortsrand von Reisbach. Die Hose mit langen Schnürsenkeln zusammengebunden, begrüßte er die Teilnehmer zur "praxisnahen Arbeit". Auf dem Programm stand die Neugründung eines Bienenvolkes, in den Mittelpunkt rückte der Experte die Bekämpfung der Varroa-Milbe. "Ich will erreichen, dass alle Imker mitmachen und gleichzeitig die Bienenvölker behandeln. Da gehören die Neueinsteiger genauso dazu wie die alten, erfahrenen Imker", betont er. Dass alle an einem Strang zögen, sei so wichtig, da sich die Milbe durch den Bienenflug (etwa 30 Prozent der Bienen fliegen bis zu einem Kilometer entfernte Völker an) vermehre.

Milbenbefall bekämpfen

In einem ersten Arbeitsschritt zeigt der Bienensachverständige das Erkennen von Milbenbefall. Mit einer Lupe bewaffnet nehmen die Teilnehmer die Milbe in Augenschein, bereits ab drei Milben pro Volk müsse mit einer Behandlung begonnen werden, betont Löw. Die kann entweder mit Ameisensäure, mit Milchsäure oder auch mit Oxalsäure durchgeführt werden. Löw erläutert alle drei Verfahren ausführlich, nicht ohne auf das Anlegen der Schutzkleidung hinzuweisen. "Es ist mir wichtig, saubere, milbenfreie Bienen zu haben. Nur so bekommen wir die Völker über den Winter", betont er.

Bei der anschließenden Neugründung eines Bienenvolkes in einem "umgebauten Reibeputzeimer" ziehen alle Teilnehmer ihre Jacke mit dem typischen Imkerhut an. Nach und nach streicht Löw Wabe für Wabe in den Eimer, bis etwa zwei Kilogramm Bienen darin versammelt sind. Einige nehmen Reißaus, fliegen um das Bienenhaus herum und suchen Zuflucht in einer anderen Wabe. Angegriffen oder gar gestochen wird niemand, "ich achte auch darauf, dass ich sanftmütige Bienen habe", sagt Löw, der für eine Lobby des "drittwichtigsten Nutztiers" kämpft.



Zum Thema:

Auf einen BlickVolker Löw, Bienensachverständiger des Kreises Saarlouis ruft alle Imker dazu auf, zwischen dem 29. Juli und 4. August die erste Varroa-Milben-Bekämpfung durchzuführen. cimWeitere Informationen bei Volker Löw, Brunnenstraße 50, 66793 Saarwellingen, Telefonnummer (0 68 38) 98 36 38.