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Tourismus im Saarland
Resignation statt Taten

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Touristisch ist das Saarland schon prima aufgestellt, sagen die Zuwachsquoten der vergangenen Jahre. Dann lassen wir es mal gut sein? So könnte man das Nicht-Mehr-Agieren der Landespolitik deuten. Von Cathrin Elss-Seringhaus
Cathrin Elss-Seringhaus

Denn obwohl den Tourismusbeauftragten das Wachstumspotenzial bekannt sein dürfte, das in der Industriekultur steckt, obwohl Premiumstandorte ausgerufen und industriekulturelle Routen kreiert werden, passiert konkret rein gar nichts. Was bedeutet: Einnahme-Chancen und Zukunft werden verspielt. Das Vertröstungsspiel um die ehemaligen Gruben-Orte lähmt wohl mittlerweile auch die lokalen Akteure. Das zeigt die erschreckend schüttere Zuhörer-Resonanz auf die Experten-Vortragsreihe in der Hütte. Wundern kann das nicht. Denn wer keinen politischen Rückenwind für ein Anliegen spürt, der verliert das Interesse. Es herrscht resignative Stimmung. Mancher fürchtet sogar um das Weltkulturerbe, wenn Chef Grewenig 2019 die Segel streicht. Will sich die Politik all das wirklich leisten? Sie muss die Industriekultur nicht zum wirtschaftlichen Heilsbringer stilisieren, aber ernst nehmen als Arbeitsfeld müsste man sie.