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Saarbrücken
In Kitas die Weichen für positives Essverhalten stellen

Zu oft landen Pommes auf den Tellern von Kindern.
Zu oft landen Pommes auf den Tellern von Kindern. FOTO: dpa / Ralf Hirschberger
Saarbrücken. Bereits in jungen Jahren können Kinder lernen, ein gesundes Verhältnis zu Lebensmitteln zu entwickeln. Deshalb ist es wichtig, dass sie so früh wie möglich durch Erfahrung ein gutes Essverhalten entwickeln, also gerne und entspannt essen. Das „Essenlernen“ ist ein soziales Lernen, das Vorbilder benötigt, sagt Anke Oepping, Leiterin des Nationalen Qualitätszentrums für Ernährung in Kita und Schule (NQZ) in Berlin. „Kinder lernen vor allem durch Imitation. Lehrer und Betreuer sind hier Schlüsselpersonen.“ Von Stephanie Schwarz

Bereits in jungen Jahren können Kinder lernen, ein gesundes Verhältnis zu Lebensmitteln zu entwickeln. Deshalb ist es wichtig, dass sie so früh wie möglich durch Erfahrung ein gutes Essverhalten entwickeln, also gerne und entspannt essen. Das „Essenlernen“ ist ein soziales Lernen, das Vorbilder benötigt, sagt Anke Oepping, Leiterin des Nationalen Qualitätszentrums für Ernährung in Kita und Schule (NQZ) in Berlin. „Kinder lernen vor allem durch Imitation. Lehrer und Betreuer sind hier Schlüsselpersonen.“ Deshalb verfolgt das NQZ bundesweit das Ziel: „Mehr Qualität beim Essen und Trinken in Kitas und Schulen.“ Damit soll präventiv ein gestörtes Verhältnis zum Essen vorgebeugt und die Voraussetzungen für eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung geschaffen werden. Denn in Deutschland sind etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen übergewichtig, 6,3 Prozent davon adipös.


Im Fachgespräch „Gesundheitsförderliche Ernährung in ganztägigen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen“ am Dienstag im Verbraucherministerium in Saarbrücken haben Experten die Wichtigkeit der Ernährungsbildung in Kitas und Schulen hervorgehoben. Als ein bundesweiter Vorreiter hat das Saarland bereits in der saarländischen Ganstagsschulverordnung Qualitätsstandards zum Mittagessen in den Schulen verankert. Das sei bundesweit noch nicht die Regel und werde angestrebt, sagt Oeppinger.

Schulen und Kitas seien ein wichtiger sozialer Schutzraum, frei von kommerziellen Einflüssen, in dem das „Essenlernen“ in bewusst gestalteten Alltagssituationen, beispielsweise beim gemeinsamen Frühstück, vorgelebt und erklärt werden kann, sagt Oeppinger. Durch die pädagogische Begleitung beim Essen und Trinken können Kinder in Kitas positive Erfahrungen mit dem Essen machen, um ein gesundes Essverhalten zu entwickeln. Dabei sollen sie auch das Essen wertschätzen lernen und erfahren: Wo kommen Lebenmittel her, was steckt drin und was passiert mit den Resten? „Dieses Wissen begleitet Kinder ein Leben lang“, sagt Oeppinger.