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In Homburg lebt man nicht gefährlich

Ein Gesicht zur Statistik: Für Claudia Heckmann und die anderen Beamten des Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Homburg bedeutet die tägliche Ermittlungsarbeit immer auch Routine, wie den Umgang mit Beweisstücken, Akten und dem PC. Foto: Thorsten Wolf
Ein Gesicht zur Statistik: Für Claudia Heckmann und die anderen Beamten des Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Homburg bedeutet die tägliche Ermittlungsarbeit immer auch Routine, wie den Umgang mit Beweisstücken, Akten und dem PC. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Jedes Jahr im Sommer legt die Polizeiinspektion Homburg ihre Kriminalitätsstatistik vom vergangenen Jahr vor. Die Delikte im Zuständigskeitsbereich der Homburger Polizei sind im Vergleich zum Jahr 2011 um 368 Fälle gestiegen und liegen nun bei 8204. Das bedeutet eine Zunahme um 4,7 Prozent. Von SZ-RedakteurinChristine Maack

Homburg. Lebensqualität bedeutet, dass man spät abends nach einer Veranstaltung zu Fuß nach Hause gehen kann, ohne sein Leben zu riskieren. Oder, dass man nicht ausgeraubt und überfallen wird, sobald man sich nicht mehr wehren kann. Kurzum, dass man ohne Angst am sozialen Leben seiner Kommune teilnehmen kann. Diese Lebensqualität zu bewahren, sei ihm wichtig, betont Polizeidirektor Christof Baltes, 51. Demgemäß ist Wörschweiler mit nur 16 registrierten Straftaten im vergangenen Jahr der sicherste Homburger Stadtteil gewesen.

Die Innenstadt ist mit 1823 Delikten hingegen die Spitzenreiterin - und Erbach, jener Stadtteil, der immer noch unter seinem schlechten Ruf aus vergangenen Tagen leidet, rangiert mit 792 Straftaten viel weiter dahinter. Gefühl und reale Zahlen sind eben oft nicht deckungsgleich. Im gesamten Homburger Stadtgebiet wurden 3419 Straftaten registriert, das sind etwas weniger als im Vorjahr (3438).

Innerhalb des Saarpfalz-Kreises mit seinen insgesamt 8204 Straftaten sind die beiden Gemeinden Mandelbachtal und Gersheim die "Inseln der Unschuld", denn hier kam es, beide Gemeinden zusammengenommen, zu rund 430 Delikten, wovon viele aufgeklärt werden konnten.

Mit dieser relativ geringen Anzahl - zum Vergleich: Saarbrücken weist über 13 000 Delikte auf - liegen das Mandelbachtal und Gersheim auch saarlandweit am untersten Ende der Verbrechensskala. Weniger Vorfälle gibt es nur noch in Oberthal im Kreis St. Wendel.

Homburg lag im vergangenen Jahr auf der Liste der Kriminalitätsstatistik landesweit auf dem sechsten Platz nach Völklingen, Neunkirchen, Saarlouis, Dillingen und dem Spitzenreiter Saarbrücken. "Damit sind wir immer noch eine sehr sichere Stadt", betonte Baltes.

Dass auf dem Land weniger Delikte verübt würden als in der Stadt, sei "die Folge einer guten Infrastruktur". Das heißt: Wo viele Geschäfte, viele Parkplätze, viele Menschen seien, würden auch zwangsläufig mehr Straftäter angezogen. Dazu passen die fast 3000 Fälle von Diebstahl, die innerhalb des Saarpfalz-Kreises die Liste der Delikte anführen - 1387 davon in Homburg.

Der größte Teil davon sind die 574 Diebstähle aus Autos, die im Vergleich zum Vorjahr zugenommen haben. Danach kommt der Ladendiebstahl mit 427 Fällen. Der Taschendiebstahl ist mit 111 Fällen konstant geblieben. Diejenigen Fälle, die die Kriminalitäts-Statistik anführen, sind zum Glück zahlenmäßig die geringsten, nämlich die "Straftaten gegen das Leben". Diesmal waren innerhalb des Saarpfalz-Kreises drei Fälle zu verzeichnen. Das war zum einen der versuchte Mord in Mandelbachtal, als eine Mutter sich und ihre Kinder mit Benzin übergießen wollte, ebenso zwei mutmaßliche fahrlässige Tötungen im beruflichen Umfeld, eine davon in St. Ingbert, eine in Homburg.

Stark zugenommen haben Vermögens- und Fälschungsdelikte, davon wurden im Saarpfalz-Kreis 1667 Fälle registriert, was eine Zunahme um fast 210 Fälle bedeutet. "Das Internet ist hier ausschlaggebend", erklärt Christopf Baltes, "da werden Kontonummern ausgespäht, gehackt oder wichtige Daten abgefangen, mit denen dann anonym Bestellungen getätigt werden." Ein klassischer Fall seien auch betrügerische Angebote auf Internet-Plattformen: Man bezahlt, bekommt aber keine Ware geschickt.

Das Delikt, das die Menschen sehr beunruhigt, ist der Wohnungseinbruch. Hier konnte dank der Arbeit der Polizei eine südosteuropäische Diebesbande gefasst werden, die das ganze Saarland nach "lohnenswerten Objekten" abgegrast hatte, um dann im Schutz der Dunkelheit zuzuschlagen.

Seit der Verhaftung führender Bandenmitglieder, so Baltes, seien die organisierten Einbrüche spürbar zurückgegangen, wenn auch nicht gänzlich auszuschließen. 270 Einbrüche gab es insgesamt im Kreis, 80 davon in Homburg, das bedeutet einen deutlichen Rückgang.

Der Sommer, so Baltes, sei ohnehin keine gute Zeit für Einbrecher: "Die Leute sind draußen, man trifft sich häufiger innerhalb der Nachbarschaft. Da fällt es eher auf, wenn ein Fremder ein Anwesen ausspäht."