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| 22:06 Uhr

In der Not passen Verwandte auf die Kinder auf

Saarlouis. Die Forderungen von Erzieherinnen sind gerechtfertigt, nicht nur in Bezug auf die Gehaltserhöhungen. Auch die Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen mit Blick auf die Gesundheit stoßen auf allgemeines Verständnis. Zumindest zeigt das eine Umfrage der Saarbrücker Zeitung in der städtischen Kindertagesstätte "Metzer Wiesen" in Saarlouis Von SZ-Mitarbeiterin Heike Theobald

Saarlouis. Die Forderungen von Erzieherinnen sind gerechtfertigt, nicht nur in Bezug auf die Gehaltserhöhungen. Auch die Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen mit Blick auf die Gesundheit stoßen auf allgemeines Verständnis. Zumindest zeigt das eine Umfrage der Saarbrücker Zeitung in der städtischen Kindertagesstätte "Metzer Wiesen" in Saarlouis. Dort hängt seit gestern ein Schild in der Eingangstür: "Wir streiken." "Die Forderungen kommen am Ende auch den Kindern zugute", erklärt Susanne Hafner. Die Oma wird morgen auf ihr Kind aufpassen. Hafner hat Verständnis für das Kindergartenpersonal, übt allerdings Kritik am Notfallplan der Stadt. "Es hätte eine Notgruppe eingerichtet werden müssen", sagt sie. Ähnlich sieht es Andrea Thiedemann aus Saarlouis. Sie arbeitet zu Hause und kann sich daher um ihren Sohn kümmern. Zu Hause ist derzeit auch Katrin Gérard, weil sie durch Töchterchen Mariesol in Elternteilzeit ist. Also ist auch für die sechsjährige Paula gesorgt. Anja Ehringer ist zwar berufstätig, aber ihr Mann ist Freiberufler und kann sich daher seine Zeit einteilen. Im Notfall ist also für Sohn Aaron gesorgt. Ehringer zeigt ebenfalls Verständnis für die Entscheidung der Erzieherinnen, zu streiken. "Ich würde mir schon wünschen, es würden mehr Erzieherinnen eingestellt, um die Situation zu verbessern", sagt die Saarlouiserin dazu. Kirsten Reinhardt ist seit 28 Jahren Erzieherin und musste aus gesundheitlichen Gründen im April die Notbremse ziehen. Der Lärmpegel in der Einrichtung ist für sie derart unerträglich laut geworden, dass sie freiwillig anstatt acht Stunden nur noch sechs Stunden am Tag arbeitet. Zudem ist sie regelmäßig in Behandlung, weil sie Rückenschmerzen plagen. Daher ist für Reinhardt der Kampf um bessere Arbeitsbedingung "längst überfällig und die Tariferhöhung mehr als gerechtfertigt." Dass es nicht nur dieser Erzieherin so geht, weiß Roselore Lorch als Einrichtungsleiterin aus Erfahrung. "Wir stehen hier das ganze Jahr über unter Stress, man kann das alles fast nicht mehr leisten", erklärt sie. Nicht nur die körperliche Belastung durch die steigende Zahl der Kinder sei enorm, auch die pädagogischen Ansprüche seien gewachsen, die Qualifizierung und Ausbildung eine ganz andere als noch vor Jahren. Evi Braun ist Kinderpflegerin, und auch für diesen Beruf wird gekämpft. Kein Wunder, denn die 43-Jährige leistet in vielen Bereichen die gleiche Arbeit wie die Erzieherinnen. Sie wird heute mit ihren Kolleginnen aus alles städtischen Einrichtungen am Kleinen Markt stehen, um auf ihre Misere aufmerksam zu machen.