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In der Maria-Montessori-Grundschule finden Kinder ihre Balance

Saarbrücken. 27 Grundschüler haben Unterricht in der Turnhalle. Und doch ist es so still, dass man eine Stecknadel fallen hören würde. "Wir versuchen, ganz bei uns zu sein, lauschen in uns hinein und stellen uns einen wunderschönen Baum vor, dessen Blätter der Wind ganz sanft bewegt. Dann werden die Blätter wieder ruhiger Von SZ-Mitarbeiterin Alexandra Raetzer

Saarbrücken. 27 Grundschüler haben Unterricht in der Turnhalle. Und doch ist es so still, dass man eine Stecknadel fallen hören würde. "Wir versuchen, ganz bei uns zu sein, lauschen in uns hinein und stellen uns einen wunderschönen Baum vor, dessen Blätter der Wind ganz sanft bewegt. Dann werden die Blätter wieder ruhiger." Yoga-Lehrerin Cornelia Werhann spricht mit ruhiger Stimme. Sie greift zu einer Klangschale, schlägt einmal dagegen und holt die Kinder so sanft von der Phantasiereise zurück in die Wirklichkeit. Seit November haben alle Schüler der Maria-Montessori-Grundschule Rußhütte ein Mal pro Woche eine Unterrichtsstunde Yoga. Bis zum Ende des Schuljahrs läuft das Projekt, das von der Techniker Krankenkasse (TK) finanziert wird. 4800 Euro stellt die TK der Montessori-Grundschule für "Fit und stark durch Yoga" zur Verfügung. Gefördert wird das Projekt im Rahmen der bundesweiten TK-Aktion "Gesunde Schule". "Wir stellen immer häufiger fest, dass schon kleine Kinder eine hohe Belastung in Schule, Freizeit und Familie bewältigen müssen", berichtet Thomas Jochum, Sprecher der TK im Saarland. "Mit diesem Projekt wird ihnen ein Weg gezeigt, ihre körperliche und seelische Balance zu verbessern und Stress abzubauen." Ingrid Ulm, Rektorin der Montessori-Grundschule, lobt: "Ohne diese Unterstützung könnten wir den Yoga-Unterricht nicht anbieten". Wie gut es tut, Abstand vom Alltagsstress zu bekommen, wissen Ulm und ihr Kollegium: Auch alle Lehrer der Schule nehmen am Yoga-Unterricht teil. Und auch die Eltern machen mit. Elternsprecherin Petra Thielen: "Die meisten kannten Yoga nur vom Hörensagen." Nun gehöre Yoga vielerorts dazu. "Es ist schön, wenn die Eltern teilhaben an dem, was ihre Kinder in der Schule lernen", meint Thielen. Auch Yogalehrerin Cornelia Werhann berichtet Positives: "Die Kinder sind sehr offen." Im Mittelpunkt des Unterrichts stehe "die Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper, das Verständnis für Bewegungsabläufe, das Entdecken von Ruhe und Langsamkeit." Das tut den Kindern gut - und macht Spaß. Luca (9) macht auch zu Hause regelmäßig Yoga: "Ich mache das vor allem, wenn ich froh bin oder wenn ich traurig bin".