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In der literarischen Tiefebene

Zwei Geständnisse bis Seite sechs. Nicht schlecht, könnte man sagen.

Wenn es nicht die Kommissare selbst wären, die ihre Erfinderin, die Saarbrücker Krimiautorin Elke Schwab, "gestehen" lässt. Der eine Kommissar muss dem anderen gestehen, dass er seit seiner Kindheit nicht so viel Schnee gesehen hat. Der andere revanchiert sich mit dem Geständnis, dass er nicht wusste, dass der andere eine Tante hat.

Das war die Stelle, an der mir klar war: Das Lesen von Elke Schwabs jüngstem Roman "Eisige Rache" wird eine Wanderung durch die literarische Tiefebene. Nicht, dass mich jemand falsch versteht: Die Story, in der Kommissare selbst unter Beschuss geraten, ist in Ordnung. Aber warum nicht lieber gleich ins literarische Hochgebirge: Georges Simenon hat 75 Maigret-Romane geschrieben. Dazu kommen Fred Vargas, Dashiell Hammett, Patricia Highsmith, Arthur Conan Doyle, Henning Mankell, Raymond Chandler, Agatha Christie, Jakob Arjouni und all die anderen, die uns große Krimiliteratur geschenkt haben. Da kommen mehr Seiten zusammen, als selbst die Schlaflosen unter uns jemals lesen können.

Warum also Elke Schwab? Die Antwort hat mir ein Kumpel gegeben, der zwar keine Krimis, aber Fußball mag: Fußballfans schauen sich auch nicht nur die erste Liga und die internationalen Spiele an, hat er mir erklärt. Die stehen auch mal am Spielfeldrand, wenn ihre heimische Kreisligamannschaft sich etwas auf dem Hartplatz zurechtkickt. Oder wie es der 1. FC Saarbrücken formuliert hat: "Liebe kennt keine Liga." Wer also auf dem heimatlichen Boden bleiben will: Elke Schwabs "Eisige Rache" ist im Solibro-Verlag erschienen und kostet 12,80 Euro.

Ich gestehe aber, dass ich Schwab nur beruflich lese und lieber Simenon, Vargas, Arjouni und Hammett empfehle.