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In den Ferien wird geschafft

Ganz still scheint es an der Püttlinger Peter-Wust-Schule in der Ferienzeit zu sein. Doch der Eindruck täuscht: In der Gemeinschaftsschule/Erweiterten Realschule lässt der Regionalverband Saarbrücken für knapp 200 000 Euro wegen geänderter Brandschutz-Vorschriften ein zusätzliches Fluchttreppenhaus einbauen. Foto: Jenal
Ganz still scheint es an der Püttlinger Peter-Wust-Schule in der Ferienzeit zu sein. Doch der Eindruck täuscht: In der Gemeinschaftsschule/Erweiterten Realschule lässt der Regionalverband Saarbrücken für knapp 200 000 Euro wegen geänderter Brandschutz-Vorschriften ein zusätzliches Fluchttreppenhaus einbauen. Foto: Jenal FOTO: Jenal
Köllertal. Ausnahmsweise sind es keine Schüler, die derzeit in den weiterführenden Schulen im Köllertal schwitzen, sondern Arbeiter.: Während der Schulferien werden Investitionen umgesetzt und Reparaturen erledigt. Der dickste Brocken geht in diesem Jahr nach Püttlingen. Von SZ-RedakteurMarco Reuther

Während das Land die Lehrer bezahlt und die Städte und Gemeinden für den Unterhalt ihrer Grundschulgbäude zuständig sind, ist es der Regionalverband Saarbrücken, der für die Gebäude der weiterführenden Schulen und die Mehrzahl der Förderschulen verantwortlich zeichnet. In jedem Sommer nutzt der Regionalverband die "schülerfreie" Ferienzeit für die in den Schulhäusern anfallenden Baumaßnahmen.

Allein in den Ferienwochen, so Regionalverbandsdirektor Peter Gillo, werden etwa 2,7 Millionen Euro in die 43 Schulgebäude investiert, für die der Regionalverband aufkommen muss - und das sind nur die "zusätzlichen" Investitionen, für die übliche Bauunterhaltung fallen knapp fünf Millionen Euro an. Insgesamt fließen im ganzen Jahr etwa 15 Millionen Euro für Unterhalt und Investitionen in die Schulhäuser des Regionalverbandes.

Teurer Brandschutz

1,1 Millionen Euro verbaut der Regionalverband an den Gemeinschaftsschulen, ein Teil davon an den drei Köllertaler Gemeinschaftsschulen. Der größte Brocken geht an die Püttlinger Peter-Wust-Schule: 195 00 Euro fließen hier in Brandschutzmaßnahmen, so Regionalverband-Pressesprecher Stefan Kiefer. Vorschrift ist neuerdings ein zweiter Rettungsweg, daher wird ein neues, innenliegendes Treppenhaus gebaut, das sowohl vom älteren als auch vom neueren Gebäudetrakt aus zu nutzen sein soll. Dafür müssen auch Wände herausgerissen und verschoben werden.

Aber war der Brandschutz denn zuvor nicht ausreichend? Der Pressesprecher seufzt: "Brandschutzgesetze verändern sich ständig", und wenn es neue Din-Normen oder neue EU-Verordnungen gibt, müssen die irgendwann auch umgesetzt werden. Im Extremfall sei es möglich, dass man in eine neue Brandschutzmaßnahme investiert, und nach einem halben Jahr kommt es schon wieder zu Änderungen. Nicht nur in Püttlingen, auch insgesamt machen die Investitionen in den Brandschutz der Schulen mit rund drei Millionen Euro einen dicken Brocken für den Regionalverband aus.

An der Heusweiler Friedrich-Schiller-Schule und der Riegelsberger Leonardo-da-Vinci-Schule sind die Investitionen während der Ferien diesmal eher etwas kleiner: In beide Schulen fließen je rund 10 000 Euro, in Heusweiler für eine Beamer-Verkabelung, in Riegelsberg wird eine Decke abgehängt.

Geld für Förderschulen

An fünf Förderschulen im Regionalverband Saarbrücken werden in den Ferien rund 155 000 Euro investiert. Die Förderschule in Püttlingen ist eine staatliche Schule, die nicht zu den Regionalverbands-Schulen gehört. In die Heusweiler Förderschule geistige Entwicklung (mit Außenstelle in Saarbrücken) fließen etwa 20 000 Euro insbesondere für neue Treppengeländer und Heizungs-Armaturen.