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Immer für eine Überraschung gut

Neunkirchen. An vier Tagen in der Woche verwandelt sich das Erdmann's in eine Pianobar mit Klassik, Jazz oder Pop. Am 28. Juli wird's klassisch mit Angela Figliuzzi und Rick-Henry Ginkel am Klavier. Das Klavier übrigens ist ein Nachbau des Pianos auf der Titanic. Von SZ-Mitarbeiterin Iris Elsner

Er ist nicht nur ein kreativer Mensch mit einer großen Liebe zu Kunst und Musik, sondern hat auch - mit immerhin schon Mitte 60 - viel Mut zum Risiko. Mit dem Auszug aus dem Café Kanne in Furpach und der Neueröffnung in der Willi-Graf-Straße wollte Gerd Erdmann etwas Neues beginnen, "mich selbst verändern, um nicht in Lethargie zu erstarren", wie er sagt. Dafür hat er für den Kauf und die Sanierung des Hauses aus der Jahrhundertwende viel Geld in die Hand genommen. Das Essen steht im neuen "Erdmann's" nicht mehr im Vordergrund. Es geht vielmehr um Kommunikation und Unterhaltung. An der langen Theke mit den Barhockern kann man sich bei einem Glas Wein und spanischen Tapas unterhalten und neue Leute kennen lernen. Es gibt nur einen Tisch im Lokal. "Wenn dort schon zwei Leute sitzen, muss man sich eben dazusetzen, wenn man nicht an die Theke will." Mit diesem Ansatz hat sich natürlich auch das Publikum verändert, es hat sich "verjüngt". Aber auch in der ersten Etage, die Erdmann mit viel Liebe zum Detail eingerichtet hat, läuft es gut. Tagungen, private Geburtstagsfeiern oder Geschäftsessen in ungestörter Atmosphäre haben hier stattgefunden. Wenn er nun Bilanz ziehen sollte über die letzten 100 Tage? "Ich habe nichts bereut und bin zufrieden. Wenn ich alles nochmal machen müsste, würde ich das tun." Aber Erdmann wäre nicht Erdmann, hätte er nicht schon eine neue Idee. Zusammen mit seiner Frau Angela Figliuzzi, Opernsängerin mit italienischen Wurzeln, will er ein südländisches Lebensgefühl nach Neunkirchen bringen: An vier Tagen in der Woche wird aus dem "Erdmann's" eine Pianobar mit Klassik, Jazz oder Pop. Wie so vieles in diesem Haus ist auch das Klavier etwas Besonderes. Es stammt von der Manufaktur Thein, die Klaviere für Kreuzfahrtschiffe gebaut hat. Und dieses Modell entspricht exakt dem, das auf der Titanic stand. Den ersten klassischen Musikabend gibt es am Sonntag, 28. Juli, 18.30 Uhr mit Angela Figliuzzi und Rick-Henry Ginkel (Klavier).