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Zivilschutzanlagen im Saarland
Im Saarland gibt es 51 öffentliche Schutzräume

Saarbrücken. Durch ihre Größe und den Zustand ist die Zivilschutzanlage in Güdingen außergewöhnlich – aber sie ist längst nicht die einzige. Aktuell gibt es im Saarland 51 nicht entwidmete öffentliche Schutzräume. Von Teresa Bauer

In diese würden nach Angaben des saarländischen Innenministeriums insgesamt 42 428 Menschen passen. Allein in Saarbrücken seien es 29 486 Schutzplätze.


Anfang der 1960er Jahre wurden im Saarland aufgrund der Gefahren des Kalten Krieges viele solcher öffentlichen Schutzräume geschaffen. „Im Verteidigungsfall sollten sie einen Grundschutz vor Trümmerfall, Brandeinwirkung, radioaktivem Niederschlag und chemischen Kampfstoffen bilden“, sagt Katrin Thomas, Pressesprecherin des Innenministeriums, der SZ.

Dafür seien sowohl vorhandene Schutzräume und Wehrmachtsanlagen aus dem Zweiten Weltkrieg zu öffentlichen Schutzräumen hergerichtet als auch neue Schutzräume gebaut worden. Ende der 80er Jahre sei der „Schutzraumbau in Deutschland aufgrund der einsetzenden Entspannung im Ost-West-Konflikt eingestellt worden“, sagt Thomas. 2007 entschieden das Bundesinnenministerium und die Innenminister der Länder, die Schutzräume aufzugeben. Denn im Verteidigungsfall könnten sie hinsichtlich der Schadensszenarien, die neu entwickelte Technologien verursachen, nicht geeignet sein.



Für die übrigen, bisher nicht entwidmeten Schutzräume ist das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zuständig. Unterhalten werden sie vom Innenministerium sowie den Städten und Gemeinden.