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Im Dauerregen nach Saarbrücken

Saarbrücken. Daniel Schubert hat am Neujahrsmorgen seine Frau und seine zwei Kinder zurückgelassen. Er ist bei Dauerregen durch die halbe Republik gefahren - in eine Stadt, in der er keinen kennt. Und dennoch ist die Welt für Daniel Schubert in Ordnung Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen

Saarbrücken. Daniel Schubert hat am Neujahrsmorgen seine Frau und seine zwei Kinder zurückgelassen. Er ist bei Dauerregen durch die halbe Republik gefahren - in eine Stadt, in der er keinen kennt. Und dennoch ist die Welt für Daniel Schubert in Ordnung. Er hat es schließlich so gewollt, sich auf die Stelle des Chefarztes der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Kinderchirurgie des Saarbrücker Winterberg-Krankenhauses beworben.Am 2. Januar hat der Privatdozent sie angetreten und gleich gelernt: Die Menschen hier sind schwer in Ordnung. Die neuen Kollegen haben ihm einen "sehr herzlichen und warmen Empfang" bereitet. Schubert hat auch schnell verstanden, dass er sich "im schönsten Bundesland der Welt" befindet, die Leute hier genau so bodenständig sind und genau so gut wissen, was gut ist, wie die Menschen in Magdeburg - also dort, wo er herkommt. Wobei er schon festgestellt habe, sagte der neue Chefarzt am Mittwochabend bein Neujahrsempfang des Klinikums, dass Magdeburg aus Sicht der Saarbrücker "irgendwo an der polnisch-sibirischen Grenze" liege.


Schubert, 40 Jahre alt, hat in den vergangenen beiden Jahren an der Uniklinik Magdeburg eine chirurgische Abteilung geleitet, an der er zuvor bereits als Oberarzt den Bereich minimal-invasive Chirurgie und chirurgische Endoskopie geleitet hat. Auf dem Winterberg hat er nun die Nachfolge von Professor Dr. Joachim Limmer angetreten. Limmer hat die Klinik 19 Jahre lang geleitet.

Um zu zeigen, dass er "nicht auf der Flucht" ist und in Magdeburg "nicht vom Hof gejagt" wurde, hatte der neue Chefarzt zum Neujahrsempfang seinen alten Chef mitgebracht: Professor Dr. Hans Lipper. Der zeigte sich begeistert von Saarbrücken und bescheinigte dem neuen Arbeitsplatz seines ehemaligen Mitarbeiters: "Der Ruf des Klinikums ist ja gar nicht so schlecht."



In Schulnoten ausgedrückt als eine "knappe drei minus" wertete der ärztliche Direktor der Winterbergklinik, Dr. Christian Braun, die Wertung des Kollegen. Den Optimismus, mit dem er selbst als Neuer vor einem Jahr im Klinikum angetreten ist, könne aber auch das nicht trüben. Braun sieht das Klinikum Saarbrücken, wie dessen Geschäftsführerin Susann Breßlein, auf gutem Weg. Und die Frau und die Kinder von Daniel Schubert ziehen auch bald nach Saarbrücken um.Foto: Müller-Hippchen