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Pflegefinanzierung
IKK will nicht für mehr Pfleger in Heimen zahlen

IKK-Vorstand Jörg Loth.
IKK-Vorstand Jörg Loth. FOTO: Robby Lorenz
Saarbrücken. Die Pläne der Bundesregierung für tausende zusätzliche Stellen in der Altenpflege sind aus Sicht der Krankenkasse IKK Südwest mit Sitz in Saarbrücken nicht durchdacht. Es sei zwar gut und richtig, dass die Politik das Thema Pflege nun vorantreibe. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Allerdings folge der Gesetzentwurf dem Muster „viel Geld hilft viel“. Dieser Ansatz sei in der Pflege aber zu kurz gesprungen, erklärte IKK-Vorstand Jörg Loth. Er kritisiert vor allem, dass für die zusätzlichen Stellen in den Pflegeheimen die gesetzlichen Krankenkassen aufkommen sollen und nicht die 1995 eingeführte Pflegeversicherung. Damit werde die eigentlich vom Gesetzgeber vorgesehene Abgrenzung der Systeme verletzt, so Loth.


Zudem komme die geplante Finanzsteigerung bei einem Großteil der Pflegenden gar nicht an. Rund 70 Prozent der Menschen mit Pflegebedarf würden zu Hause von ihren Angehörigen gepflegt. „Diese Angehörigen erhalten durch das vorliegende, sehr kostenintensive Gesetz nichts zu ihrer Entlastung“, sagte Loth. IKK-Südwest-Geschäftsführer Lutz Hager forderte „neue Ideen und Strategien“ von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherungsträgern, damit pflegebedürftige Menschen länger zu Hause leben könnten. „Diesen Impuls vermissen wir aktuell.“