| 20:16 Uhr

Holpriger Start, grenzenloser Jubel am Ende

Leverkusen/Saarbrücken. Es war ein kleiner Rahmen für die Aufstiegs-Feier der Frauen des 1. FC Saarbrücken. Vor 400 Zuschauern in der Kurt-Riess-Sportanlage, davon 150 aus Saarbrücken, war der Abschied aus der 2. Frauenfußball-Bundesliga längst nicht so emotional wie der von den Heim-Fans vor einer Woche. Beim 3:2 (3:1)-Sieg bei Bayer Leverkusen flossen nach dem Schlusspfiff keine Tränen Von Stefan Regel und Jan Morawski (SZ)

Leverkusen/Saarbrücken. Es war ein kleiner Rahmen für die Aufstiegs-Feier der Frauen des 1. FC Saarbrücken. Vor 400 Zuschauern in der Kurt-Riess-Sportanlage, davon 150 aus Saarbrücken, war der Abschied aus der 2. Frauenfußball-Bundesliga längst nicht so emotional wie der von den Heim-Fans vor einer Woche. Beim 3:2 (3:1)-Sieg bei Bayer Leverkusen flossen nach dem Schlusspfiff keine Tränen. Stattdessen waren Jubel und Freude pur angesagt. Die Saarbrücker Tore schossen Dzsenifer Marozsan (2., 40. Minute) und Lisa Schwab (15.), die ihrem neuen Verein zum Abschluss der Saison noch einen Treffer einschenkte. Die beiden Gegentore durch Maren Henseler (33., 58.) waren dabei halbe Eigentore. Beide Male wurde die Leverkusenerin aus kurzer Distanz vor dem Tor angeschossen. Ansonsten hatten die FCS-Frauen Spiel und Gegner im Griff. Einziger Höhepunkt der letzten halben Stunde war der Auftritt von zwei männlichen Flitzern, der bei den Zuschauern für reichlich Heiterkeit sorgte. Nach dem Schlusspfiff bekamen die Saarbrückerinnen die Meisterschale aus den Händen von U21-Nationaltrainerin Maren Meinert. Sie empfahl: "Der FCS sollte jetzt erstmal feiern und danach in Ruhe planen." An diese Devise hielten sich die Spielerinnen nur allzu gerne. Als Spielführerin Nadine Keßler die Schale in die Höhe streckte, wollten die Jubelgesänge der Mitspielerinnen gar kein Ende mehr nehmen.Nach dem Spiel ging es ziemlich direkt zurück nach Saarbrücken - ins Vip-Zelt am Ludwigsparkstadion. Dort feierte die Mannschaft zusammen mit Hauptsponsor Hartmut Ostermann und Präsident Horst Hinschberger, die beide beim Spiel nicht dabei waren. Die abendlichen und nächtlichen Aktivitäten waren noch gar nicht geplant. "Passieren wird auf jeden Fall was", meinte Nadine Kraus, deren Verbleib beim FCS noch nicht sicher ist, und grinste. "Wir haben immer an unsere Stärken geglaubt. Der Zusammenhalt war gut. Die Abgänge haben mich traurig und wütend gemacht", sagte Kraus - und hatte auch für den Tabellenzweiten VfL Sindelfingen Mitleid: "Das ist für die schon schlimm, wenn man sich in deren Situation versetzt." Solche Gedanken hatte gestern sonst aber kaum jemand. So problemlos wie in Leverkusen hatte die Saison für die FCS-Frauen nicht begonnen. Den ersten Dämpfer gab es gleich am ersten Spieltag: 1:2 beim FCR Duisburg II. Yvonne Zielinski, die als Neuzugang in Saarbrücken gehandelt wird, brachte den FCR damals in Führung. Und nach dem Saarbrücker 1:1 kassierte der FCS in der 93. Minute das 1:2. Es sollte die einzige Niederlage bleiben. Dennoch liefen die FCS-Frauen fast die gesamte Saison über diesem Resultat hinterher. Denn stets war der VfL Sindelfingen Erster. Nach einem perfekten Saisonstart wollte er einfach nicht patzen. Auch steckte das 1:1 gegen den 1. FFC Frankfurt II und das 0:0 gegen den ASV Hagsfeld lange in den Köpfen der FCS-Spielerinnen. Das alles ist aber vergessen. In der Rückrunde gab es nur noch Erfolge - wie das starke 3:0 zu Hause gegen Sindelfingen. 16 Siege in Folge reichten also noch zum Titel. Aber selbst die wären nicht genug gewesen, hätte nicht der FFC Frankfurt II am vorletzten Spieltag Sindelfingen mit 2:0 geschlagen.Trotz aller Freude über den Aufstieg in die Bundesliga: Der Abgang der Juniorennationalspielerinnen Nadine Keßler und Josephine Henning (beide zu Turbine Potsdam), Selina Wagner (VfL Wolfsburg), Lisa Schwab (Bayer Leverkusen) und Dzsenifer Maroszan (1. FFC Frankfurt) trübte die Stimmung gewaltig. Und schockte die Fans, die das Schlamassel hatten kommen sehen.Jetzt also wieder Bundesliga: Dass diese die Fans anzieht, beweisen die Zuschauerzahlen am Kieselhumes. Und im Zuge der WM 2011 im eigenen Land dürfen es noch mehr werden. Spätestens, wenn das neu formierte Team seinen ersten Sieg gefeiert hat. > siehe auch Seite D 2 "Wir haben immer an unsere Stärkern geglaubt."Nadine Kraus, Spielerin des FCS