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Hohe Spielkunst exzellent und munter präsentiert

Saarbrücken. Gott schuf das Horn in seinem Zorn - diesen Stoßseufzer werden schon manche Eltern von sich gegeben haben, wenn der Sprössling seine ersten Gehversuche auf dem Blechblasinstrument angestellt hat, das gemeinhin als das schwierigste gilt. Im Konzertsaal der Hochschule für Musik Saar (HfM) schien es am Montag jedoch eher so, als ob das Hornspiel eine mühelose Angelegenheit sei Von SZ-Mitarbeiterin Sandra Sinsch

Saarbrücken. Gott schuf das Horn in seinem Zorn - diesen Stoßseufzer werden schon manche Eltern von sich gegeben haben, wenn der Sprössling seine ersten Gehversuche auf dem Blechblasinstrument angestellt hat, das gemeinhin als das schwierigste gilt. Im Konzertsaal der Hochschule für Musik Saar (HfM) schien es am Montag jedoch eher so, als ob das Hornspiel eine mühelose Angelegenheit sei. Dort gastierte im Rahmen der Musikfestspiele Saar und als Auftakt der American Week der HfM das American Horn Quartet.Die Truppe, die sich aus US-Amerikanern zusammensetzt, die im Orchester der Beethovenhalle Bonn sowie im Philharmonischen Orchester Luxembourg engagiert sind, präsentierte sich bei ihrem Auftritt ebenso exzellent wie munter. Es nimmt einem Konzert den elitären Charakter, wenn dem Publikum Fakten und Anekdoten in einer charmanten Moderation nahegebracht werden. Erreicht die Musik damit doch umso leichter, was sie soll: gute Laune. Viel Originalliteratur hat das Repertoire für Hornquartett nicht zu bieten. Das meiste stammt aus Federn der Instrumentalisten. Wie das etwas langatmige "Solongne" des Franzosen Georges Barboteu. Die Komposition des Ensemblemitglieds Kerry Turner rückte die Vorzüge der Formation hingegen ins beste Licht und wartete mit lyrischen Passagen ebenso wie mit interessanten Klangeffekten auf. Unter den Arrangements waren allerdings die Glanzlichter des Abends zu finden. Bereits zu Anfang hatte sich das Ensemble mit einem markigen Medley aus Bernsteins Dauerbrenner "West Side Story" empfohlen. Große kammermusikalische Momente voll packender Virtuosität hielt Bizets "Carmen-Suite" bereit. Zum Abschluss wurde der Musikgenuss weiter potenziert. Denn das American Horn Quartet wurde von fünf HfM- Nachwuchstalenten aus der Klasse von Professor Xiao-Ming Han klangschön und sauber verstärkt.