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Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Höllisch schön: die Völklinger Hütte

Ein Foto der Ausstellung mit dem Titel „Völklingen Skies“ beweist eindrücklich das Talent des Fotografens besondere Momente festzuhalten.
Ein Foto der Ausstellung mit dem Titel „Völklingen Skies“ beweist eindrücklich das Talent des Fotografens besondere Momente festzuhalten. FOTO: Barry Cawston / MARTIN_OLIVA
Völklingen . Eine Überraschungs-Ausstellung zum Saisonstart im Weltkulturerbe zeigt Unentdecktes. Von Cathrin Elss-Seringhaus
Cathrin Elss-Seringhaus

Sie ist neben der Saarschleife zum Saarland-Wahrzeichen geworden, die rostige Kulisse des still gelegten Völklinger Eisenwerkes. Man kennt das Industriedenkmal aus allen möglichen Perspektiven. Doch kennt man es wirklich? Der Brite Barry Cawston lässt uns daran zweifeln. So höllisch schön, wie auf seinen Fotos hat man die alte Hütte nämlich bis dato nicht gesehen. Und würde sie auch jetzt, zur Saisoneröffnung, nicht kennen lernen dürfen, hätte sich das Weltkulturerbe nicht als UrbanArt-Galerie einen Namen gemacht. Denn als solche hat sie auch schon den internationalen Streetart-King Banksy gezeigt, dessen Kunstaktionen Cawston fotografisch begleitet. Etwa die „Dismaland“ in Florida und das „Wall off“-Hotel in Jerusalem. Just darum dreht sich die Ausstellung auch hauptsächlich, die die Freiluft-Saison des Weltkulturerbes eröffnet. Aber eben auch um die Hütte. Denn deren Charme erlag der Fotograf Cawston während der Vorbereitung von „Banksy’s Dismaland & Others“. Drei Mal war er 2017 und 2018 in Völklingen, ging auf Motivsuche, interessierte sich für bisher noch nicht zugänglich gemachte Räume jenseits der Besucherwege. Und die Fundorte sehen auf Cawstons wie künstlich nachkolorierten, malerischen Aufnahmen wie Spielorte eines düsteren Hollywood-Streifens aus. Deshalb hat Weltkulturerbe-Chef Meinrad Maria Grewenig einen Teil der Fotografien auch in die Banksy-Ursprungs-Schau aufgenommen. Woher kommen das irrwitzige blaue oder gelbe Licht und die unheilschwangeren Schatten? „Unseres Wissens nach hat Cawston in den Räumen nichts inszeniert oder nachträglich am Computer manipuliert“, sagt Grewenig. Cawston habe nun mal eine „Gabe für Lichtstimmungen“ und für den entscheidenden Moment. Wie auch immer, es wäre eine Schande, würde man dem Publikum diese neuen Ansichten der Hütte vorenthalten, die sich hier in ein Kunstobjekt verwandelt.


Vernissage: 25.3., 10 Uhr, mit dem Künstler. Ganztags überall freier Eintritt. Führungen ab elf Uhr.

Barry Cawston legte den Fokus seiner Arbeit auf noch unentdeckte Räume im Weltkulturerbe.
Barry Cawston legte den Fokus seiner Arbeit auf noch unentdeckte Räume im Weltkulturerbe. FOTO: Barry Cawston / MARTIN_OLIVA