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Hochsaison für Schwalbenschwanz

Der Schwalbenschwanz kann nicht nur in freier Natur, sondern mit etwas Glück auch im heimischen Garten bei der Eiablage an Dill, Fenchel oder Möhre beobachtet werden. Foto: Anita Naumann
Der Schwalbenschwanz kann nicht nur in freier Natur, sondern mit etwas Glück auch im heimischen Garten bei der Eiablage an Dill, Fenchel oder Möhre beobachtet werden. Foto: Anita Naumann FOTO: Anita Naumann
Homburg/Bliestal. Zwischen April und September entwickelt sich die Raupe zum Schwalbenschwanz. Wer hier im Bliestal diesen einzigartigen Schmetterling zu Gesicht bekommt, sollte im Internet beim Biosphären-Zweckverband Naturfreunde seine Beobachtung melden. red/jkn

Der Schwalbenschwanz ist einer unserer größten heimischen Tagfalter. Er kann eine Flügelspannweite von bis zu 75 Millimetern erreichen. Mit seiner schwarz-gelben Grundfärbung und den namensgebenden Anhängen der Hinterflügel kann er in Deutschland noch mit dem Segelfalter verwechselt werden. Dieser wird in der letzten Roten Liste der Tagfalter des Saarlandes jedoch mit "0" (ausgestorben oder verschollen) gelistet.

75 Millimeter Spannweite

Der Schwalbenschwanz wird hier in der Vorwarnliste geführt, denn auch er hat, wie viele andere Arten, in den vergangenen Jahren abgenommen, allerdings ist die Art noch gut verbreitet. Kurz vor den "Schwänzchen" an den Hinterflügeln hat er eine blaue Binde mit roten Augenflecken. Am besten kann man ihn beim sogenannten "Hilltopping" beobachten: Auf der Suche nach Geschlechtspartnern segeln die Tiere dabei an Geländeerhebungen wie Hügeln, Bergkuppen oder Burgruinen immer wieder über den Gipfel. Die Weibchen lassen sich aber auch gut bei der Eiablage an Doldengewächsen wie Wilder Möhre, Dill, Pastinak und ähnlichem beobachten.

Dazu suchen sie meist sonnige, lückige Bestände wie die im Bliesgau noch recht häufigen Kalkhalbtrockenrasen, aber auch extensive Wiesen. Aber auch in Gärten mit Möhren, Dill und Fenchel legen die Tiere mitunter ihre Eier ab und man findet dann im Sommer die grünen Raupen mit ihren schwarzen Streifen und orangefarbenen Punkten vielleicht sogar im eigenen Garten. Die ersten Tiere können meist schon im April beobachtet werden, die letzten oft im August oder September.

Zur Erforschung und Beobachtung der Schmetterlinge im ganzen Saarland gibt es bei der Naturlandstiftung Saar eine Expertengruppe, wie Axel Didion, Biologe aus Schwarzenacker gegenübert unserer Zeitung erklärte.

Um mehr über die Verbreitung und Häufigkeit des Schwalbenschwanzes im Biosphärenreservat herauszufinden, bittet der Biosphären-Zweckverband Naturfreunde darum, Sichtungen der Art online zu melden unter: issgeo.org/ingrid-portal/portal/artenfinder.psml. Hier einfach den "Schwalbenschwanz" in der Artenliste auswählen, das Meldeformular ausfüllen. Natürlich kann man dort auch andere Arten melden, wenn sie im Garten beobachtet werden.

biosphaere-bliesgau.eu