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Hochbetrieb bei über 30 Grad

Völklingen. 3000 bis 4000 Menschen täglich tummeln sich derzeit im Völklinger Freibad, und die Hitzewelle dauert an. Das Völklinger Bad profitiert auch davon, dass andere Kommunen wie Riegelsberg ihre Bäder (zeitweilig) dicht gemacht haben. Von SZ-MitarbeiterAndreas Lang

Zu viert schieben die Fachkräfte für Bäderbetriebe Dienst, um dem Ansturm gerecht zu werden. Am Dienstagmittag sind es Vanessa Perschke, Magué Koundoul, Birgit Hahn und Tobias Messemer. "Ja, im Moment haben wir wirklich viel zu tun, aber das hat auch einen Vorteil: So geht die Zeit viel schneller rum, als wenn nichts los ist", sagen Magué und Hahn. 3000 bis 4000 Personen halten sich derzeit täglich im Bad auf.

Dabei profitiert das Völklinger Bad auch davon, dass andere Bäder im Moment dicht sind - in Riegelsberg etwa wird gerade saniert. So kommen die Teenager Klara-Marie Conrad, Philipp und Judith Hafner mehrmals die Woche aus dem Köllertal her. "Unser Bad ist zu, dafür fährt ein kostenloser Bus hier zum Völklinger Schwimmbad", sagt Judith Hafner. Das schicke Völklinger Bad gefällt dem Trio. Vergnügt probieren die Drei nacheinander die Attraktionen des Aktionsbeckens aus. Die Rutsche werden sie sicher auch mal testen. So wie Recep Ünsal, der mit Söhnchen Rasid über den Edelstahl nach unten saust: "Gerade war die Schlange auf der Treppe nicht so lang, das haben wir ausgenutzt", sagt er. Mindestens drei Mal die Woche kommt er bei solchem Wetter ins Freibad am Köllerbach.

Mit Schwester Jana und den Freundinnen Lea Zimmermann und Selina Ziegler planscht auch Josi Olivier im Wasser. Oma Odette Gräning passt auf die angehende Grundschülerin auf: "Am Beckenrand gibt es einen Absatz. Wenn sie sich dort aufhält, kann ich sie auch von der Liegewiese aus gut beobachten." Manuela Ziegler-Brehmer aus Luisenthal gehört auch zu dieser Gruppe. Auf der Liegewiese ist eine größere Gruppe beim Mittagsimbiss. Sidney, Heiko, Colin und Volker Scheid, Tanja und Lara Usner, Christiane Wirth und Natascha Meisner mit Töchterchen Emilia kommen oft in diesem Kreis ins Völklinger Bad. Teenager Colin ist selbstverständlich auch ein Rutschen-Fan. Christiane Wirth mag die großen Liegeflächen, und als Mutter freut sich Natascha Meiser über das tolle Babybecken.

Bei all dem Andrang ist die Zahl der Zwischenfälle gering, meint Birgit Hahn. Ein Besucher habe es bisher in dieser Saison mit dem Kreislauf gehabt, ein zweiter habe sich die Schulter ausgekugelt.

Die Riegelsberger Clique ist inzwischen im Strömungskanal angekommen, wo sie sich ausgelassen von der Strömung mitreißen lässt. Gleich wird sie unter den Wasserpilz wechseln, wenn das Schwimmbadpersonal die Attraktion umschaltet. Für die jungen Leute steht fest: So lange das Wetter passt, werden sie, so oft es geht, mit dem Pendelbus aus Riegelsberg ins Völklinger Freibad kommen.

Betriebsleiter Thomas Schneider hat am Sonntag einen Besucherrekord ermittelt: 4297 Badegäste waren da, so viele wie noch nie in dieser Saison. Da das sommerliche Wetter noch eine ganze Weile dauern soll, erwartet er, dass im Juli die Marke von 50 000 Besuchern deutlich überschritten wird. Im Vorjahr waren es exakt 19 910 Besucher. Der Rekord stammt aus dem Jahre 2003, als 118 394 Gäste sich im Völklinger Bad vergnügten.