| 20:07 Uhr

Hier rollt jetzt endlich der Verkehr

St. Johann. Planmäßig, so betont die Stadt Saarbrücken in einer Pressemeldung, sind bereits im Dezember die Arbeiten am Verkehrskreisel am Römerkastell zu Ende gegangen. Den eröffnete Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) gestern offiziell Von SZ-Mitarbeiter Andreas Lang

St. Johann. Planmäßig, so betont die Stadt Saarbrücken in einer Pressemeldung, sind bereits im Dezember die Arbeiten am Verkehrskreisel am Römerkastell zu Ende gegangen. Den eröffnete Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) gestern offiziell. Wer allerdings in den vergangenen Jahren seit dem offiziellen Spatenstich im September 2005 unzählige Stunden im Stau zwischen Ostspange und Mainzer Straße gestanden hat, wird sich beim Lesen dieser Worte verwundert die Augen reiben. Zumal am Eschberger Weg noch immer eine Baustelle zu finden ist. "Dort saniert der ZKE (Zentraler Kommunaler Entsorgungsbetrieb) einen Kanal, das hat mit der Kreiselbaustelle nichts zu tun", wirft Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer ein. Zurück zu der Einweihung und dem "planmäßigen" Abschluss der Arbeiten vor fünf Monaten, die Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz mit den Worten "was lange währt, wird endlich gut", eröffnete."Mit dem Bau des Kreisels wurde im September 2007 begonnen, Voraussetzung für den Kreisel war der Neubau der Eisenbahnbrücke in diesem Bereich", so Stadtpressesprecher Thomas Blug. Weil diese Brückenbauarbeiten sich wegen Umplanungen und damit fehlenden Genehmigungen (wir berichteten mehrfach) bis 2007 hingezogen hatten, hätte der Kreisel vorher nicht gebaut werden können. Klartext: Der Kreisel mag ja pünktlich fertig gewesen sein. Die gesamte Baustelle hingegen verzögerte sich ständig. Zur Erinnerung: Beim Spatenstich im September 2005 war die Fertigstellung des Kreisels schon für Mitte 2007 in Aussicht gestellt worden. Doch das Warten hat sich offenbar gelohnt, denn der Verkehr fließt jetzt wesentlich besser. 40 000 anstatt wie vor Baubeginn 25 000 Autos könnten den Verkehrsknotenpunkt jetzt pro Tag passieren, sagte Britz. Die Oberbürgermeisterin weiter: "Außerdem ist es jetzt möglich, direkt von der Ostspange in die Innenstadt zu fahren." Der Kreisel ermögliche eine schnelle Verbindung von und zur Autobahn 620 und entlaste somit die Strecke von der Mainzer- über die Großherzog-Friedrich- bis in die St. Johanner Straße. Britz weiter: "Mit einem Durchmesser von 68 Metern und bis zu drei Fahrspuren kann der Verkehr nun geordnet verteilt werden." Zudem erfülle der fertige Kreisel eine wichtige städtebauliche Funktion als Eingangstor zur Stadt.Die auffällige und imposante Eisenbahnbrücke über dem neuen Kreisel erstrahlt zudem in leuchtendem Blau. "Blau ist eine der Saarbrücker Farben", erklärte Britz den zahlreichen Eröffnungsgästen aus Politik und Stadtverwaltung. Insgesamt, so Oberbürgermeisterin Britz, zöge sich die Entwicklung des Projektes schon seit 20 Jahren hin. So ganz werden die Arbeiter auch noch nicht aus dem Kreisel verschwinden. Denn in den kommenden Wochen sind auf der Ostspangenseite noch Pflanzen zu setzen.


Auf einen BlickDie Gesamtkosten für den Kreisel, die Verbreiterung der Mainzer Straße und die 120 Meter lange Eisenbahnbrücke belaufen sich auf zirka 12 Millionen Euro. Die Arbeiten am Kreisel und Mainzer Straße kosteten 5,5 Millionen Euro, der Neubau der Eisenbahnbrücke etwa 6,5 Millionen Euro. Gefördert wurde das Bauvorhaben über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) in Höhe von zirka 6,2 Millionen Euro, mit weiteren 3,4 Millionen Euro beteiligten sich Deutsche Bahn, Saarbahn und Stadtwerke am Brückenbau, sowie an Straßen und Leitungsarbeiten.Vor gut einer Woche wurden auch die Bauarbeiten in der Mainzer Straße weitestgehend abgeschlossen, nur in den Randbereichen der Baustelle stehen laut Stadt noch Restarbeiten an. al