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Hettrich: Zahl der Auto-Zulieferer wird sich halbieren

Saarlouis. "Die Automobilwelt ist eine verkehrte Welt geworden", stellte Hanno Thewes fest, Vorsitzender der Europa-Union Saar. Da stehe Fiat inzwischen auf Platz drei, während große US-Konzerne zusammenbrechen. Zur Expertendiskussion über die Krise der Automobilindustrie hatte der Bezirksverband Saarlouis der Europa-Union am Freitag ins Autohaus La Linea in Saarlouis eingeladen Von SZ-Mitarbeiter Johannes A. Bodwing

Saarlouis. "Die Automobilwelt ist eine verkehrte Welt geworden", stellte Hanno Thewes fest, Vorsitzender der Europa-Union Saar. Da stehe Fiat inzwischen auf Platz drei, während große US-Konzerne zusammenbrechen. Zur Expertendiskussion über die Krise der Automobilindustrie hatte der Bezirksverband Saarlouis der Europa-Union am Freitag ins Autohaus La Linea in Saarlouis eingeladen.



Das Auto sieht Wirtschaftsstaatssekretär Albert Hettrich als wichtiges Thema im Saarland. "Das wird auch so bleiben", obwohl es Zulieferer gebe, die 2008 noch Millionen investieren wollten und jetzt insolvent seien. Die derzeitige Situation bei Ford in Saarlouis stimme positiv, so Hettrich, aber es sei "noch nicht alles in trockenen Tüchern", da auch Konkurrenzstandorte bestehen.

Die wesentlichen Strukturen schätzte Hettrich sowohl für Europa als auch das Saarland günstig ein. Dazu gehöre ein deutlicher Vorsprung bei Zuverlässigkeit, Forschung und Entwicklung. Um die 40 000 Arbeitsplätze hängen im Saarland von der Autoindustrie ab.

"Das Saarland ist pro Kopf das größte Automobilzuliefererland Deutschlands", verwies der Europaabgeordnete Jorgo Chatzimarkakis auf die hiesigen Dimensionen. "Wir Europäer stehen weltweit gut da, wenn wir die richtigen Weichenstellungen vornehmen." Dafür böten sich Elektro autos und weniger Bürokratismus als wichtige Faktoren.

Das Saarland als Testland für den Elektroantrieb können sich sowohl Chatzimarkakis wie auch Hettrich gut vorstellen. Eine Chance dafür gebe es, um wieder absoluter Technologievorreiter zu werden. Doch der klassische Antrieb dominiere noch längere Zeit das Feld und somit die Wirtschaft. In zehn Jahren rechnet Staatssekretär Hettrich mit nur noch der Hälfte der Zulieferer. Wer bestehen wolle, müsse sich jetzt gut positionieren.