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Medizin
Hersteller rufen Medikament gegen Bluthochdruck zurück

(Symbolbild).
(Symbolbild). FOTO: dpa / Hauke-Christian Dittrich
Saarbrücken. Valsartan, eins der am häufigsten verordneten Medikamente gegen Bluthochdruck, wurde bei der Herstellung mit einem vermutlich krebserregenden Stoff verunreinigt, wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte(BfArM) mitgeteilt hat. Von Florence Helen Kallenborn

Europaweit rufen immer mehr Hersteller seit dem 4. Juli ihre Medikamente aus den Apotheken zurück. Derzeit sind die Präparate von 17 Herstellern betroffen, darunter auch Hexal, Ratiopharm, Heumann und Stada.


Dennoch rät das BfArM vom sofortigen Absetzten des Medikaments ohne Rücksprache eines Arztes ab. Hierbei sei das Risiko von Schäden höher, als durch die Einnahme des verunreinigten Medikaments. Eine akute Patientengefahr bestehe nicht. „Patienten, die ein Valsartan- haltiges Medikament einnehmen und sich nicht sicher sind, ob ihres ebenfalls von der Verunreinigung betroffen ist, können sich in der Apotheke informieren“, rät Manfred Saar, Präsident der Apothekerkammer des Saarlandes.

Bei der Herstellung des Wirkstoffs des Blutdrucksenkers Valsartan kam es zu einer Verunreinigung mit N-Nitrosodimethylamin. Er wird von der Internationalen Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), als auch der EU als warscheinlich krebserregend eingestuft, meldet das BfArM. Betroffen sind die Valsartan-haltigen Arzneimittel, dessen Wirkstoff vom chinesischen Hersteller Zhejiang Huahai Pharmaceutical produziert wurde. Unklar sei jedoch noch, wie hoch die Konzentration des krebserregenden Stoffes im Blutdrucksenker sei und wie die Verunreinigung zu Stande kam. Nach Informationen des BfArM werde noch auf europäischer Ebene ermittelt.

Aber bislang sind nicht alle Valsartan-haltigen Medikamente betroffen: Die Präparate der Hersteller Novartis, TAD Pharma und Mylan Dura enthielten nach Angaben der Hersteller den krebserregenden Stoff nicht, wie die Deutsche Apotheker Zeitung auf ihrer Webseite mitteilt. Eine Übersicht der zurückgezogenen Medikamente findet man auf der Internetseite der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft unter: