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Heiße Kämpfe rund um die Nohfelder Burg

Wie einst kämpfen Ritter der Truppe Hartigo. Die Klingen der Schwerter scheppern vor den Augen des Publikums. Foto: Konrad
Wie einst kämpfen Ritter der Truppe Hartigo. Die Klingen der Schwerter scheppern vor den Augen des Publikums. Foto: Konrad FOTO: Konrad
Nohfelden. Gaukler, Ritter, Minnesänger nahmen die Besucher des Mittelaltermarktes am Wochenende mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Zum 17. Mal veranstaltete die Gemeinde das Fest auf der Burg in Nohfelden. Von SZ-MitarbeiterinSarah Konrad

Mit lautem Gebrüll stürmen Ritter aufeinander zu. Sie schlagen ohne Rücksicht aufeinander ein, so dass ihre Schwerter bei jedem Treffer klirren. Eine Menschenmenge hat sich um den Kampfplatz versammelt und sieht dem Kampf mit teils erstaunten, teils erschrockenen Blicken zu. Doch einen Grund zur Sorge gibt es nicht, denn die kampfwütigen Ritter sind professionelle Akteure der Gruppe Hartigo.

"Wir sind schon zum vierten Mal auf dem Mittelaltermarkt in Nohfelden dabei", berichtet Eva Berková von der tschechischen Schaukampfgruppe. Die Akteure haben es sich zur Aufgabe gemacht, die historische Fechtkunst so realistisch wie möglich darzustellen. Dazu benutzen sie mittelalterliche Waffen, schießen aus Musketen und Kanonen. "Wir machen das alle nicht hauptberuflich, trotzdem ist Schaukämpfen mehr als nur ein Hobby. Wir trainieren zwei Mal pro Woche und sind von April bis September auf den verschiedensten Veranstaltungen unterwegs."

Etwas abseits von dem ganzen Trubel haben 16 Mittelaltergruppen ihre Lager aufgebaut. Unter ihnen die Gruppe Skatislag aus Rohrbach. Mit Sack und Pack sind die Mitglieder zwischen sieben und 40 Jahre angereist, um vier Tage wie im Mittelalter zu leben. "Skatislag bedeutet übersetzt Pfadfinder", erklärt Benedikt Pohland, der ein langes Gewand über sich gelegt hat. Der Name ist nahe liegend, da die Gruppe eigentlich ein Pfadfinderverein ist. "Wir nehmen mehrmals im Jahr an solchen Mittelaltermärkten teil und leben dann wie die Wikinger", schildert der 19-Jährige. Das heißt: Handys und Computer sind im Lager tabu, ebenso wie andere elektronische Geräte. "Es ist entspannend, mal nicht rund um die Uhr erreichbar zu sein", unterstreicht Pohland. Das Besondere sei die Gemeinschaft, in der sich jeder fürs Mittelalter interessiere.

Suche nach Individualität

"Wir bemühen uns, viele ausgefallene Akteure und Händler für den Markt zu gewinnen", meint Anne Freytag vom Nohfelder Kulturamt: "Wir möchten uns von anderen Märkten abheben und versuchen daher, alles so authentisch wie möglich darzustellen." Besonders stolz sei sie auf die Theatergruppe Zeter und Mordio aus Berlin. Die Schauspieler achteten darauf, dass ihre Auftritte wie im Mittelalter ablaufen, beziehen in ihre Geschichten das Publikum ein.

Auf vier Aktionsplätzen gab es am Wochenende Vorführungen und Konzerte. 62 Händler hatten ihre Stände rund ums Rathaus aufgebaut. Sie verkaufen Holzschnitze, Schmuck und Kräuter. Fátima Scherer aus Ottweiler bot Lederwaren an. "Ich habe mich schon immer für das Material interessiert. Irgendwann hatte ich dann die Idee, Taschen, Gürtel und Schuhe im Mittelalterdesign anzufertigen." Seit 15 Jahren biete sie Produkte auf Märkten feil, nach Nohfelden komme sie besonders gern. "Es ist so ein kleiner Ort, wo man jeden kennt. Der Mittelaltermarkt hier ist wie ein Treffpunkt für uns Händler."