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Heiß geliebtes Geschenk: Das Totobad wird 50 Jahre alt

Als die Großstadt Saarbrücken 50 wurde - 1959 - schenkte Saartoto ihr ein architektonisches Meisterstück, das bundesweit Beachtung fand, weil seine Schöpfer, Albert Dietz und Bernhard Grothe, dafür den Deutschen Architekturpreis bekamen: das Schwarzenbergbad, im Volksmund Totobad. Schon bald gehörte es für viele Saarbrücker zum unverzichtbaren "Inventar" ihrer Heimatstadt

Als die Großstadt Saarbrücken 50 wurde - 1959 - schenkte Saartoto ihr ein architektonisches Meisterstück, das bundesweit Beachtung fand, weil seine Schöpfer, Albert Dietz und Bernhard Grothe, dafür den Deutschen Architekturpreis bekamen: das Schwarzenbergbad, im Volksmund Totobad. Schon bald gehörte es für viele Saarbrücker zum unverzichtbaren "Inventar" ihrer Heimatstadt. Tausende lernten dort schwimmen, Zigtausende kühlten sich ab oder badeten in der Sonne. Wie sehr die Saarbrücker an ihrem Totobad hängen, zeigte sich 2005. Damals rollte eine Wutwelle über die Stadtverwaltung hinweg, weil durchgesickert war, dass sie daran dachte, das Bad zu schließen, um den maroden Haushalt zu entlasten. Rund 17 000 Bürger protestierten mit ihrer Unterschrift. Der Totobad-Förderverein formierte sich. Und kurz darauf überraschten Politiker aller Parteien mit flammenden Bekenntnissen zum Totobad. Im März 2006 stieß die SZ auf eine - nicht unterschriebene - Kopie jenes Vertrages, der 1957 den Bau des Bades möglich machte. Danach durfte Saartoto auf dem städtischen Schwarzenberg ein Freibad bauen, um es der Stadt zu schenken, und die versprach: "Das Bad soll dauernd erhalten bleiben." Bei der Einweihung am 30. Mai 1959 gab's daran wohl keinen Zweifel. Zwar regnete es "Bindfäden" (die SZ berichtete), trotzdem fluteten die Promis - alle mit Hut, Schirm und Regenmantel - ins Bad; mit dabei: der spätere Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB), Hermann Neuberger, Ministerpräsident Franz-Josef Röder, Bauminister Ludwig Schnur, Innenminister Kurt Conrad, Landtagsvizepräsident Paul Simonis, Totochef Mathias Iven, Ministerialdirigent Leo Lorscheider, Oberbürgermeister Fritz Schuster und, und, und. Alle wollten dabei sein - Lorscheider versicherte, das Bad solle für alle Zeiten der Gesundheit der Bevölkerung dienen. Schuster antwortete: "Glückliches Saarbrücken, das eine solche Anlage besitzt." Um dieses Bad zu bekommen, würde er notfalls in voller Montur vom Drei-Meter-Brett springen. fitz