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Heftiger Streit um Bank am Burbacher Markt

Burbach. Riesenärger auf der letzten Sitzung des Bezirksrates West! Allerdings zofften sich die Räte nicht mit den Mitgliedern der jeweils anderen Fraktion. Nein. Der Rat war sich diesmal einig. Den für Burbach zuständigen Stadtplaner Ivo Müller schienen sie aber auch mit ihrem einstimmigen Votum nicht überzeugen zu können Von SZ-Mitarbeiter Andreas Lang

Burbach. Riesenärger auf der letzten Sitzung des Bezirksrates West! Allerdings zofften sich die Räte nicht mit den Mitgliedern der jeweils anderen Fraktion. Nein. Der Rat war sich diesmal einig. Den für Burbach zuständigen Stadtplaner Ivo Müller schienen sie aber auch mit ihrem einstimmigen Votum nicht überzeugen zu können. Es geht um eine Sitzbank am Burbacher Markt - und zwar um die Bank vor der Bank, die steinerne Sitzbank vor der Bank 1 Saar. Auf der Sitzbank lassen sich täglich gern die Burbacher nieder, die die Räte in der Sitzung als "Randständige" beschrieben. Die Bank ist bei denen so beliebt, weil sie morgens als erste von Sonnenstrahlen gewärmt wird. Zwar würden die zum Teil schon früh alkoholisierten Bankdrücker nur selten Passanten belästigen. Bezirksbürgermeister Claus Theres (SPD) meint aber: "Zweieinhalb Meter weiter werden hinter einer Glasscheibe wichtige Beratungsgespräche geführt, einen Stock darüber berät sich ein Anwalt mit seinen Mandanten." Also meint er, wie die meisten Bezirksratsmitglieder aller Fraktionen: "Diese Bank muss weg!" Dabei betonte Theres, dass niemand die Randständigen vom Markt verdrängen wolle. Stadtplaner Müller würde die Bank gerne dort lassen, wo sie ist. Er würde lieber eine weitere Steinbank anbieten, die vom Marktdach aus gesehen rechts neben der Bühne stehen soll. Das kam für die Räte allerdings überhaupt nicht in Frage. Dort sei ein Parkplatz, Unfälle mit Betrunkenen seien also programmiert. Schnell wurde klar, dass der Rat als neuen Standort lieber einen Platz nahe des Bunkers sehen würde. "Damit bekämen wir vielleicht auch das Hundekot-Problem entlang des Bunkers in den Griff", warf die Sozialdemokratin Sylvia Niegeloh ein. Allerdings soll dort keine neue Bank, sondern die, die derzeit noch vor der Bank 1 Saar steht, aufgebaut werden.Müller verteidigte seine Position heftig. Er befürchtet einen Domino-Effekt: "Entfernen wir diese eine Bank, werden die Anwohner fordern, dass weitere Bänke wegkommen." Außerdem müssten dann Fördergelder aus dem Projekt soziale Stadt zurückgezahlt werden. Im übrigen sei nur die Finanzierung des Bank-Neubaus gesichert, für das Versetzen der umstrittenen Bank habe er kein Geld. Theres wetterte darauf: "Dann bezahlen wir das aus unserem Topf für Sofortmaßnahmen." So scheinen die Tage der Bank vor der Bank gezählt, denn der Rat stimmte einstimmig dafür, sie abzumontieren. Falls sich nicht noch der neue Bezirksrat, der in den kommenden Wochen gewählt wird, damit beschäftigten muss. Denn als Müller sauer die Sitzung verließ, hinterließ er noch einige trotzige Kommentare.