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Hauptdarsteller lobt Energie am Set

Mark Filatov kam zur Premiere von „Nemez“ im Filmhaus in die alte Heimat. Foto: Oliver Dietze
Mark Filatov kam zur Premiere von „Nemez“ im Filmhaus in die alte Heimat. Foto: Oliver Dietze FOTO: Oliver Dietze
Saarbrücken. Mark Filatov zog als Fünfjähriger mit seinen Eltern ins Saarland. In Neunkirchen wuchs er unter Russen und Polen auf: Erfahrungen, die er für die Rolle des Deutschrussen Dima im Film „Nemez“ nutzen konnte. Von SZ-MitarbeiterinKerstin Krämer

Bei schönem Wetter freuen sich Kinos selbst über eine spärliche Zuschauerkulisse. So auch am Donnerstagabend im Filmhaus, wo Filmhaus-Chef Michael Jurich Schauspieler Mark Filatov begrüßte. Der ist im Saarland groß geworden und war nun angereist, um anlässlich des bundesweiten Kinostarts seinen Film "Nemez" vorzustellen. "Es ist schön, den Film da zu sehen, wo ich herkomme!", freute sich Filatov.

Der Streifen war hierzulande bereits als Wettbewerbsbeitrag beim diesjährigen Max-Ophüls-Preis-Filmfestival zu sehen, wo er jedoch keinen Preis holte. Dafür wurde Filatov, halb Ukrainer, halb Russe und 1990 in Kirgisien geboren, als junger Darsteller entdeckt, und der Film hat mittlerweile andere Auszeichnungen eingeheimst. "Nemez" ist russisch und bedeutet "Deutscher" - Filatov spielt den jungen Deutschrussen Dima, der nach einer Haftstrafe wegen eines Kunstdiebstahls versucht, wieder im Leben Fuß zu fassen. Doch seine kriminellen "Freunde" sitzen ihm im Nacken und drohen, seiner Freundin Nadja etwas anzutun, falls er nicht wieder einsteigt - die Dinge eskalieren.

Regisseur Stanislav Güntner, ebenfalls russischer Abstammung, hatte gezielt russisch sprechende Schauspieler gecastet. Filatov kann sich in das Schicksal von Migranten bestens einfühlen: Im Alter von fünf Jahren kam er mit seinen Eltern nach Neunkirchen und wuchs dort in einem Viertel unter Russen und Polen auf. "Ich entwickelte einen unfassbaren Patriotismus", erzählt Filatov, der ihm jedoch irgendwann absurd erschienen sei.

Zum Film kam er eher zufällig: Aus Neugier bewarb er sich mit 18 Jahren bei der Kinderkanal-Serie "Bloghaus.tv"; es folgten TV-Rollen in "Verbotene Liebe", "Alles was zählt" und "Aktenzeichen XY".

Seit 2011 studiert Filatov nun Schauspiel an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart und kam dort erstmals mit Theater in Berührung. Zurzeit steht er am Nationaltheater Mannheim in Kleists "Zerbrochenem Krug" auf der Bühne, eine Produktion am Staatstheater Stuttgart im Rahmen seiner Ausbildung folgt. Filatov mag idealistische Projekte und lobt die Energie am Set von "Nemez", der mit einem Budget von nur 430 000 Euro gedreht wurde. Film oder Theater? Filatov möchte sich beide Optionen offenhalten: "Ich glaube, das würde mich erfüllen."

Der Film "Nemez" mit Mark Filatov läuft von Samstag, 20. Juli, bis Dienstag, 23. Juli, je 20.30 Uhr und Mittwoch, 24. Juli, 19.30 Uhr.

Filmhaus-saarbruecken.de