| 21:11 Uhr

Hauptamtsleiter-Stelle sorgt für Wirbel

Blieskastel. Die Stadtratsfraktionen der FWG und der FDP haben die Stadtverwaltung aufgefordert, die Ausschreibung für die Besetzung der Stelle eines Hauptamtsleiters zurückzuziehen und stattdessen eine wesentlich kostengünstigere, interne Besetzung vorzunehmen Von SZ-Redakteur Joachim Schickert

Blieskastel. Die Stadtratsfraktionen der FWG und der FDP haben die Stadtverwaltung aufgefordert, die Ausschreibung für die Besetzung der Stelle eines Hauptamtsleiters zurückzuziehen und stattdessen eine wesentlich kostengünstigere, interne Besetzung vorzunehmen. "Wir sind der Auffassung, dass gerade Führungspositionen bei der Stadt Blieskastel nach Möglichkeit aus dem eigenen Personalbestand rekrutiert werden sollen, sofern die entsprechenden Qualifikationen vorliegen. Es ist immer besser, auf bewährte Kräfte zu setzen, die unsere Verwaltung von Grund auf kennen gelernt haben und mit den Blieskasteler Strukturen von Anfang an vertraut sind. Bei der Besetzung der Stelle eines Hauptamtsleiters drängt sich nach Klärung einiger verwaltungsinterner Personalfragen die Besetzung aus dem eigenen Personalstand geradezu auf", sagten FDP-Fraktionsvorsitzender Werner Weihrauch und FWG-Chef Erik Werny. Deshalb setzten sich FWG und FDP gemeinsam für die Aufhebung der Stellenausschreibung der Hauptamtsleiterstelle ein. Beide Fraktionen argumentieren in einer Presseerklärung, dass bei der Genehmigung der Ausschreibung durch den Stadtrat nicht alle Informationen über das interne Personalprofil unterbreitet worden seien. "Wir wissen jetzt, dass es in der Verwaltung Kandidaten gibt, die sowohl fachlich als auch persönlich alle Qualifikationen erfüllen, um die Stelle optimal zu besetzen", so Weihrauch und Werny. Beide Fraktionen machten darüber hinaus auch finanzielle Gründe für ihren Vorschlag geltend. Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener erklärte auf Anfrage, dass bei der Stadt Blieskastel in den vergangenen 20 Jahren viel zu wenig Personal ausgebildet worden sei. Insbesondere Beamte des gehobenen Dienstes seien nicht in ausreichender Zahl ausgebildet worden. Wenn nun die Besetzung der Hauptamtsleiterstelle aus eigenem Personalbestand gefordert wird, dann werde dadurch "an anderer Stelle in der Verwaltung wieder eine Lücke entstehen", sagte die Bürgermeisterin. Am Ende müssten sich dann zwei Mitarbeiter neu einarbeiten. Wie Faber-Wegener weiter erklärt, könne die Qualifikation der einzelnen Beamten im Prinzip nur die Verwaltungschefin endgültig beurteilen. "Ein einzelnes Mitglied oder eine Fraktion ist wohl kaum in der Lage, diese Beurteilung zu übernehmen, weil die Zusammenarbeit der Fraktionen und Ratsmitglieder im Rat nicht so intensiv ist, dass Ratsmitglieder dadurch über die Qualifikation von Beamten entscheiden könnten." Dennoch wüssten die Ratsmitglieder über die Stellenbesetzungen im Rathaus sehr genau Bescheid. Der Stadtrat beschließe jedes Jahr den Stellenplan für die Stadt. Im Januar sei die Ausschreibung für die Stelle des Hauptamtsleiters im Stadtrat beraten und beschlossen worden. Der Bürgermeisterin müsse zugestanden werden, bei der Auswahl der Person mitentscheiden zu können, "denn eine Fehlbesetzung an dieser Stelle könnte die Arbeit der Verwaltung enorm behindern und erschweren".




Auf einen BlickWenn der Blieskasteler Stadtrat heute Abend im Rathaus zusammenkommt, geht es auch um die Neubesetzung der Hauptamtsleiter-Stelle - allerdings im nichtöffentlichen Teil der Sitzung. Im öffentlichen Teil geht es ab 17.30 Uhr um einen Bebauungsplan in Aßweiler und die Frage, ob dort der Aldi-Markt seine Filiale erweitern darf. Unter anderem werden auch Bebauungspläne in Webenheim und Niederwürzbach von den Stadträten diskutiert. Die bündnisgrüne Ratsfraktion hat schließlich beantragt, dass die Luxemburger Entsorgungsfirma SDK ihr Konzept und ihre Gebührenkalkulation im zuständigen Ausschuss vorstellen soll. ert