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| 20:12 Uhr

Halbwilde Pferde auf wilden Weiden

Ganz oben auf der Halde Dechen, meist im kräftigen Wind, erschließt sich 360 Grad frei ein weiter Blick übers Land. "Hier war mal der Hinterhof, durch Bergbau und Industrie geprägtes Hinterland

Ganz oben auf der Halde Dechen, meist im kräftigen Wind, erschließt sich 360 Grad frei ein weiter Blick übers Land. "Hier war mal der Hinterhof, durch Bergbau und Industrie geprägtes Hinterland. Jetzt entsteht hier die neue grüne Mitte, ein gemeinsamer Park der Region", erklärt Detlef Reinhard vom Umweltministerium beim Geländegang mit der SZ durch Teile der Landschaft der Industriekultur (LIK) Nord. Und zeigt nach Osten zum Neunkircher Hüttenpark, den Halden König 1 und 2 und dann nach Westen zur Halde Geisheck, dem Hoferkopf, zur Halde Reden sowie zum Schlammweiher Hahnwies. Beim Projekt LIK Nord arbeiten die sechs Kommunen Friedrichsthal, Illingen, Merchweiler, Neunkirchen, Quierschied und Schiffweiler zusammen, das Umweltministerium unterstützt, die Industriekultur Saar (IKS) ist mit dabei. Diese Woche ist LIK Nord im Bundeswettbewerb Naturschutzgroßprojekte und ländliche Entwicklung als Gewinner hervorgegangen. Investitionsvolumen des Projekts: rund 12 Millionen Euro. Etwa zehn Millionen Euro schießen Bund und Land jetzt an Fördermitteln zu. Schauen wir mal, was entstehen könnte.Neunkirchen mit dem Hüttenpark wird zum Tor von Osten. Landmarken, Aussichtspunkte sollen verknüpft werden. So ist etwa auch ein Halden-Erlebnisweg über zirka 14 Kilometer vorgesehen. Göttelborn mit Förderturm und der Halde wird zum Tor von Westen. Reden und Itzenplitz sollen zentrale Anlaufstellen sein und Ausgangspunkte von Exkursionen. Denn die "neue grüne Mitte" soll auch erfahrbar sein - zu Fuß, mit dem Rad. Also werden lenkende "Reisewege" erschlossen. Reden wie Göttelborn als ehemalige Grubenstandorte demonstrieren bereits eine neue Ausrichtung (Göttelborn - neue Technologien, Reden - Sitz von Landeseinrichtungen, Urzeitschau-Gondwana). Und in Heiligenwald ist gerade der Förderverein Historische Grube Itzenplitz gegründet worden. Um den Schlammweiher Hahnwies zwischen Illingen, Merchweiler und Göttelborn soll eine Weidelandschaft entstehen. Da könnten wir eine gemischte Herde sehen: Heckrinder, Abkömmlinge des Auerochsen, gelten als robust und leicht zu halten. Und daneben Konik-Pferde, Nachfahren der wilden Tarpans. Koniks gelten als genügsam, gutmütig und ebenfalls pflegeleicht. Diese gemischte Herde soll von einem Landwirt im Nebenerwerb betreut und wirtschaftlich genutzt werden. Zugang zu Weide und Weiher soll über einen Entdeckerpfad gesteuert werden. Entdeckerpfade gibt es allerorts. So auch im Prozessschutzwald Quierschied (etwa 920 Hektar). Hier soll so wenig wie möglich ins Ökosystem Wald eingegriffen werden. Der Entdeckerpfad mit Baumwipfelsteg führt zur Halde Göttelborn und zum Schlammweiher Göttelborn-Ost (Kohlbachweiher). Er will naturnahen Wald erfahrbar machen."Die ersten anderthalb Jahre wird ein für alle Kerngebiete parzellenscharfer Pflege- und Entwicklungsplan erstellt", schaut Reinhard nach vorn. LIK Nord gilt dabei auch als ein Umwelt-Konjunkturprogramm, das wirtschaftliche Impulse für die Regionalentwicklung setzen, den ländlichen Raum stärken will.Nochmal zurück auf die Halde Dechen mit Detlef Reinhard: Hier schlummern massenhaft Fossilien aus dem Karbonzeitalter - Erfolgserlebnisse für Hobbyforscher, Familien und Schulklassen. Also noch ein Entdeckerpfad, sagt Reinhard: "Und wenn die oberflächlichen Vorkommen erschöpft sind, lässt sich das Bergematerial einfach umwälzen." cle/me "Die ersten anderthalb Jahre wird der Pflege- und Entwicklungsplan erstellt." Detlef Reinhard, Umweltministerium