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Haftbefehle wegen Kassen-Manipulation
Haftbefehle wegen Kassen-Manipulation

Saarbrücken/Ottweiler. Saarbrücken/Ottweiler (mju) Pressestaatsanwalt Christoph Rebmann bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung, dass Fahnder kürzlich zwei weitere Haftbefehle vollstreckt haben. Nach Informationen unserer Zeitung sitzen der 38 Jahre alte Geschäftsmann G. aus Ottweiler, Chef einer Firma für den Vertrieb von Registrierkassen, und sein 39 Jahre alter Mitarbeiter G. seit Donnerstag letzter Woche in Untersuchungshaft. Als Haftgrund, so heißt es, wird Verdunkelungsgefahr genannt. Beide Männer sollen ihre Kunden vor möglichen Durchsuchungen der Steuerfahndung gewarnt haben und auch angeboten haben, gelieferte Manipulationssoftware wieder von Kassencomputern zu löschen.
Michael Jungmann

() Pressestaatsanwalt Christoph Rebmann bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung, dass Fahnder kürzlich zwei weitere Haftbefehle vollstreckt haben. Nach Informationen unserer Zeitung sitzen der 38 Jahre alte Geschäftsmann G. aus Ottweiler, Chef einer Firma für den Vertrieb von Registrierkassen, und sein 39 Jahre alter Mitarbeiter G. seit Donnerstag letzter Woche in Untersuchungshaft. Als Haftgrund, so heißt es, wird Verdunkelungsgefahr genannt. Beide Männer sollen ihre Kunden vor möglichen Durchsuchungen der Steuerfahndung gewarnt haben und auch angeboten haben, gelieferte Manipulationssoftware wieder von Kassencomputern zu löschen.


Die beiden Inhaftierten stehen im dringenden Tatverdacht der Beihilfe zur Steuerhinterziehung in 63 Fällen. Sie sollen 63 Kunden aus der Gastronomie – offenbar vorwiegend im Saarland – Kassensysteme geliefert haben und entsprechende Software zur späteren Manipulation der tatsächlich erzielten Umsätze.

Den Festnahmen der beiden Lieferanten war eine größere Serie von Durchsuchungen durch die Steuerfahnder bei Gastronomie-Betrieben im Saarland vorausgegangen.



Bislang sind in der Affäre um Kassenmanipulationen bereits zwei Chefs von Szenekneipen am St. Johanner Markt zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Hinter Gittern sitzt auch ein 75 Jahre alter Lieferant von Kassen. Er verbüßt derzeit eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren. Der Hersteller der Software wurde zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Er soll den Fahndern die Namen der jetzt inhaftierten Kassenlieferanten in seiner Vernehmung genannt haben.