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Haftbefehl wegen Sexualmordes an 87-jähriger Rentnerin aus Bous

Saarlouis/Bous. Das grausame Verbrechen, dem die 87 Jahre alte Rentnerin Gertrud W. aus Bous zum Opfer fiel, ist - aus Sicht der Polizei - aufgeklärt. Nach Angaben von Polizeisprecher Georg Himbert hat der 48-jährige Hans-Jürgen N. , der das Dachgeschoss des Reihenhauses in der Barbarastraße bewohnte, in dem auch die alte Frau lebte, ein Geständnis abgelegt Von SZ-Redakteur Michael Jungmann

Saarlouis/Bous. Das grausame Verbrechen, dem die 87 Jahre alte Rentnerin Gertrud W. aus Bous zum Opfer fiel, ist - aus Sicht der Polizei - aufgeklärt. Nach Angaben von Polizeisprecher Georg Himbert hat der 48-jährige Hans-Jürgen N. , der das Dachgeschoss des Reihenhauses in der Barbarastraße bewohnte, in dem auch die alte Frau lebte, ein Geständnis abgelegt. Er habe auch eingeräumt, die bettlägerige Seniorin sexuell missbraucht zu haben. Die Obduktion der Leiche ergab, dass die alte Frau erstickt ist. Homburger Gerichtsmediziner haben auch Verletzungen im Genitalbereich festgestellt.Der Tatablauf im Schlafzimmer der Erdgeschoss-Wohnung spielte sich nach dem bisherigen Stand der Dinge wie folgt ab: Der mutmaßliche Täter, der der Polizei im Jahr 2007 als Exhibitionist aufgefallen war, gelangte durch die nicht abgesperrte Eingangstür in der Wohnung. Dort soll er der Frau eine gefüllte Wasserflasche an den Kopf geschlagen, ihr dann ein Kissen auf den Kopf gedrückt und sie schließlich mit den Händen am Hals gewürgt haben. Anschließend durchwühlte er Schränke und Schubladen, um einen Raubmord vorzutäuschen. Als Motiv nannte er angeblich in seinen Vernehmungen, er habe die alte, kranke Frau von ihren Leiden erlösen wollen. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft gehen dagegen von einem heimtückischen Sexualmord aus. Diese Mordmerkmale sowie das Ausnutzen der Wehrlosigkeit des Opfers stehen auch in dem Haftbefehl, den der Saarlouiser Amtsrichter Hermann Weyer gestern gegen den 48-jährigen Bouser erließ. Vor dem Richter machte er nach Angaben des Gerichtes keine Aussage. Ob der Hilfsarbeiter bei der Tat, die wohl gegen 21 Uhr am Montag geschah, unter Alkoholeinfluss stand, ist noch offen. Unklar ist weiter, ob "blutähnliche Anhaftungen" an seiner rechten Hand vom Opfer stammen. Das Ergebnis der Laboruntersuchungen lag gestern noch nicht vor. Der Mann war wegen widersprüchlichen Aussagen in ersten Gesprächen mit Kripobeamten in Tatverdacht geraten.