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Haarsträubende Kost für Urexweiler Narren

Die kleine und mittlere Garde aus Urexweiler trat zur Gemeinschaftssitzung der Karnevalvereine auf. Foto: Bone
Die kleine und mittlere Garde aus Urexweiler trat zur Gemeinschaftssitzung der Karnevalvereine auf. Foto: Bone
Urexweiler. "Heute werden die Messer gewetzt und einmal so richtig viel dumm geschwätzt", versprach Sitzungspräsident André Recktenwald, als er am Samstagabend in der Mehrzweckhalle die dritte gemeinsame Kappensitzung der Karnevalvereine des Landkreises eröffnete. Und er sollte Recht behalten Von SZ-Mitarbeiter Gerhard Tröster

Urexweiler. "Heute werden die Messer gewetzt und einmal so richtig viel dumm geschwätzt", versprach Sitzungspräsident André Recktenwald, als er am Samstagabend in der Mehrzweckhalle die dritte gemeinsame Kappensitzung der Karnevalvereine des Landkreises eröffnete. Und er sollte Recht behalten. Nach Hasborn-Dautweiler und Oberkirchen oblag dieses Jahr die Ausrichtung dem Urexweiler "Mr genn us net", der sich mit einer guten Organisation und mit ideenreichem Hallenschmuck in die Gemeinschaftsveranstaltung einbrachte. Sieben Vereine waren in das Dorf an der Ill gekommen und lieferten dem Publikum einen verrückten Fastnachtsabend.Am Anfang stand der triumphale Einmarsch des heimischen Elferrates und vieler hübscher Gardemädchen, die der Bühne sofort das passende Ambiente gaben. Die drei "jungen Wilden" aus Hasborn-Dautweiler ließen eine Menge Unsinn vom Stapel. Am Abend zuvor waren sie offenbar auf einer Sauftour versackt und gebärdeten sich am morgendlichen Frühstückstisch gar nicht mehr wild, eher total verkatert. Dennoch waren ihre Köpfe frei für so manchen Spaß über den Restalkohol am Steuer und für knifflige Matheaufgaben. Den Theleyern müssen dabei die Ohren geklingelt haben, denn sie wurden mehr als einmal auf die freund- und nachbarliche Schippe genommen.



Auf eine Bewährungsprobe wurde das Zwerchfell des närrischen Volkes gestellt, als das Eisener Fastnachtsurgestein Helmut Jenet und Bernhard Litz auftrat. Ihre Erlebnisse waren geradezu haarsträubend, zum Beispiel das des Gehirnpickervogels, der plötzlich aus einem Busch flattert, und die Geschichte mit dem in den Po eingeklemmten Rock einer hübschen Dame auf einer Rolltreppe im Kaufhaus.

Als einheimische Spaßmacherin entpuppte sich Susanne König mit ihren neuesten Nachrichten. Eine der tollsten war das Vorhaben von Landrat Udo Recktenwald. Er will gegen rücksichtslose Surfer demnächst zwei weiße Haie in den Bostalsee einsetzen. "Jeder ist drei Meter lang und sie heißen Schnipp und Schnapp", versicherte die Büttenrednerin. Der persönlich anwesende Landrat wird diese Nachricht vermutlich nicht vor dem Aschermittwoch kommentieren. Nach und nach kamen die Fastnachter im Saal in Hochform. Mit Beifall überschüttet wurden die Zwiegesprächler Svenja Hilgert und Elina Schu aus Oberthal und die Freisener Dummschwätzer Florian Schmitt und Sven Scherer. Was in einem Altenheim so alles verzapft wird, lieferten zwei "Dommerschbacher" aus Mosberg-Richweiler in witzig-frivoler Form ab. Und noch einmal trat Helmut Jenet aus Eisen im Laufe des Abends in die Bütt und eroberte mit seinem köstlichem Quatsch die Herzen der Narren.

Fünf großartige Tanzbeiträge lieferten die Urexweiler mit ihren Garden, Tanzgruppen und mit dem Funkenmariechen. Auch die Oberthaler Funken waren an diesem Abend dabei, die Freisener Matrosen, die Showdancers aus Hasborn-Dautweiler und ein allerliebstes Funkenmariechen aus Furschweiler. Dreimal gab es Männerballette zu beklatschen: die aus Theley, aus Oberthal und aus Eisen. Die "Brühllerchen", das preisgekrönte Hasborn-Dautweiler Ensemble, setzte den Schlusspunkt unter eine Veranstaltung, die übervoll war von närrischen Genüssen. Gleichzeitig vermittelte sie einen Einblick in die vielseitige karnevalistische Arbeit der Vereine im Landkreis.