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Grubenwasser
Grüne gehen (fast) im Grubenwasser baden

Schiffweiler. Dass Ex-Grünen-Chef Hubert Ulrich es versteht, seine Anliegen medial zu inszenieren, hat er spätestens bewiesen, als er im März 2016 der Ministerpräsidentin im Landtag eine vertrocknete Topfpflanze überreichte, um gegen die Schließung des Botanischen Gartens zu protestieren. Und so ließen sich Ulrich und seine Mitstreiter auch gestern etwas einfallen, um die Menschen dazu aufzurufen, gegen die geplante Grubenflutung zu protestieren. Von Nora Ernst
Nora Ernst

Dass Ex-Grünen-Chef Hubert Ulrich es versteht, seine Anliegen medial zu inszenieren, hat er spätestens bewiesen, als er im März 2016 der Ministerpräsidentin im Landtag eine vertrocknete Topfpflanze überreichte, um gegen die Schließung des Botanischen Gartens zu protestieren. Und so ließen sich Ulrich und seine Mitstreiter auch gestern etwas einfallen, um die Menschen dazu aufzurufen, gegen die geplante Grubenflutung zu protestieren.


Schauplatz der Aktion war der Wassergarten Reden, wo das 32 Grad warme Grubenwasser aus 800 Metern Tiefe hochgepumpt wird. Ein paar Enten paddelten zwischen Seerosen hindurch, vereinzelt gingen Rentner mit ihrem Dackel Gassi – eigentlich ganz idyllisch. Wären da nicht die grünen Aktivisten gewesen, die, mit weißen Schutzanzügen, Gummihandschuhen und Mundschutz gewappnet, symbolische Giftfässer in den Mosesgang schleppten, um auf die potenziellen Risiken des Wasseranstiegs aufmerksam zu machen. Denn die Grünen fürchten, dass das Wasser, das durch PCB und Salze belastet ist, sich mit dem Trinkwasser vermischen könnte, und wollen verhindern, dass der Bergbaukonzern RAG die Genehmigung erhält, das Grubenwasser ansteigen zu lassen.

Da standen sie im Mosesgang inmitten muffiger Dämpfe, ein paar ganz Verwegene stiegen sogar bis zu den Knien ins Wasser, während vereinzelte Schaulustige das Spektakel beobachteten. „Legt Widerspruch ein! Wehrt euch!“, rief Ulrich. Bis zum 15. Januar können Bürger beim Oberbergamt, das über den Antrag der RAG entscheidet, noch Einwendungen abgeben.



Nach kurzer Zeit war die Aktion auch schon wieder vorbei – das Thema Grubenwasser wird die Saarländer hingegen noch lange beschäftigen. Dafür werden nicht zuletzt die Grünen sorgen.