| 20:21 Uhr

Grüne Daumen für die Stadt

Homburg. Die Idee, durch die Pflege von städtischen Grünanlagen, Beeten und Pflanzkübeln etwas für das Erscheinungsbild der Stadt zu tun und auf diese Weise Bürgersinn und Solidarität zu beweisen, hat von ihrer Aktualität nichts eingebüßt Von SZ-Mitarbeiter Bernhard Reichhart

Homburg. Die Idee, durch die Pflege von städtischen Grünanlagen, Beeten und Pflanzkübeln etwas für das Erscheinungsbild der Stadt zu tun und auf diese Weise Bürgersinn und Solidarität zu beweisen, hat von ihrer Aktualität nichts eingebüßt. Seit der ehemalige Homburger Oberbürgermeister Reiner Ulmcke 1995 die Grünpaten-Aktion ins Leben gerufen hat, ist sie fester Bestandteil im Leben der Stadt Homburg. Im Rahmen einer Feierstunde im Forum zeichnete Beigeordneter Rüdiger Schneidewind die "Paten mit dem grünen Daumen" aus.Zum harten Kern der Grünpaten zählen seit Jahren mehr als 60 Privatpersonen, Firmen, Geschäfte, Parteien und Vereinigungen. "Alle übernehmen eine wichtige Aufgabe in der Stadt und tragen dazu bei, dass Stadt, Ortsteile und Straßen schöner werden", lobte Schneidewind das Engagement der 42 Privatpersonen, zehn Firmen und neun Vereinigungen. Er freue sich, dass sich die Anzahl der Grünpaten um vier erhöht habe, so der Beigeordnete. Hinter den Grünpaten aus dem Bereich Geschäfte und Firmen verbergen sich so große Unternehmen wie Michelin und die Homburger Stadtwerke, aber auch Vereinigungen wie der Heimat- und Verkehrsverein Jägersburg, die Feuerwehr und die Natur- und Vogelschutzgruppe.



Neben den Grünpaten sei auch die Stadt intensiv bemüht, durch eine Reihe von Maßnahmen ihr Bild von Homburg aufzuwerten. Schneidewinds Dank ging an alle Grünpaten, die mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz zum positiven Image von Homburg beitragen und dafür sorgen, dass sich die Einwohner wohl fühlen. Geehrt wurden neben den Grünpaten auch zwei ehrenamtliche Wanderwegebetreuer sowie zwölf Personen der Galerieaufsicht, die im Bereich Kunst und Kultur "unverzichtbar" seien, so der Beigeordnete. So wie eine Stadt über ihr Erscheinungsbild wirke, so profitiere sie auch von ihren kulturellen Angeboten, wies Schneidewind auf Ausstellungen im Kulturzentrum Saalbau hin. Bevor der Beigeordnete den Grünpaten und der ehrenamtlichen Galerieaufsicht Urkunden sowie den Schlossberg-Kaffee mit Tasse und Homburger Taler überreichte, appellierte er an alle, sich auch in Zukunft für ihre Stadt einzusetzen. Von Anfang an als Grünpatin dabei ist Erika Löwe aus Beeden.

Die 80-jährige kümmert sich um eine annähernd 400 Quadratmeter große, mit verschiedenen Pflanzen bestückte Fläche in der Straße Zum Alten Kanal in Beeden. "Das ist mein Hobby und ich mache es gerne", erzählt sie. Zum ersten Mal geehrt wurde Ulrike Bandt aus Sanddorf. Die neue Grünpatin und begeisterte Hobbygärtnerin kümmert sich um einen fünf Meter hohen Ahornbaum in der Sickinger Straße. Um das Straßenbild weiter mit mehr Grün zu verschönern, hätte sie gerne noch einen weiteren Baum, um den sie sich kümmern möchte.

Hintergrund

Die Grünpatenaktion wurde 1995 vom ehemaligen Homburger Oberbürgermeister Reiner Ulmcke als Patenschaftswettbewerb ins Leben gerufen. Da es sich jedoch nicht um einen Wettbewerb im üblichen Sinne handelt, wurde er inzwischen in Grünpatenaktion umbenannt. Als erste Stadt im Saarland hatte Homburg zu einer Grünpatenaktion aufgerufen und interessierte Bürger um ehrenamtliche Betreuung von städtischen Blumenkübeln, Blumenbeeten sowie Teilen von Grünanlagen gebeten. Für ihr Engagement werden die Ehrenamtlichen in einer jährlichen Veranstaltung mit einer Urkunde und einem Anerkennungsgeschenk geehrt. re